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Lifestyle Karpfen ohne Festtagsfett
Mehr Lifestyle Karpfen ohne Festtagsfett
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19:59 14.10.2016
Herzhaftes Fischgericht mit gutem Gewissen: Karpfen im Gemüsebett nach einem Rezept von Sarah Wiener. Quelle: Jaekel, Iskra Photo / CC BY 2.0
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Jetzt ist die Zeit, in der Karpfenteiche abgelassen werden und Karpfen tonnenweise, meist noch lebendig verkauft werden. In vielen Ortschaften ist die Karpfenernte ein gesellschaftliches Ereignis. Ganze Familien kommen jedes Jahr mit Traktor oder Pferd, um mit vielen Hilfsfischern die Netze um die Karpfen immer enger zu ziehen, bis die Fische in verschiedene Tanks geschöpft werden. Auch ich habe bei solch einer Karpfenernte mitgeholfen. Ich war erstaunt über die Zähigkeit der Fische, die lange an der Luft überleben können. Und ich war erschüttert, wie sich ihre Farbe nach einem Schlag auf den Kopf ändert.

Karpfenfleisch ist nicht jedermanns Geschmack. Selbst unter den meisten Fischliebhabern ist der Karpfen kein Favorit. Dabei ist der Karpfen einer der gesündesten und nachhaltigsten Fische, die uns zur Verfügung stehen. Ich glaube, dass die geringe Beliebtheit des Karpfens daran liegt, dass er schnell zu fettig und dick werden kann und dann ein wenig tranig schmeckt. Die Gefahr ist besonders bei Zuchtkarpfen groß.

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Essen wir aber einen Wildkarpfen oder einen Karpfen, der nicht nur mit minderwertigem Futter gemästet worden ist, offenbart sich ein schmackhaftes kulinarisches Erlebnis, das man nicht nur zu Weihnachten genießen sollte. Unter allen Karpfengerichten ist mir Karpfensteak mit Butter-Wurzelgemüse und Meerrettich eines der liebsten.

Die Zubereitung

Dazu nehme ich vier Karpfensteaks von mindestens drei bis vier Zentimetern Dicke, die ich wasche und trocken tupfe. Dann reibe ich den Fisch mit zwei Knoblauchzehen, die ich fein hacke, und etwas Salz ein. Für zwei Stunden kommt der Fisch abgedeckt in den Kühlschrank.

Währenddessen nehme ich zwei Bund Suppengemüse und 400 Gramm festkochende Kartoffeln, beispielsweise Bamberger Hörnchen. Ich wasche das Gemüse und schneide es in feine Scheiben. Etwa zwei Esslöffel Butter zerlasse ich in einem Bräter und gebe das Gemüse dazu, das ich darin fünf Minuten andünste. Mit einem Glas Weißwein (etwa Grauburgunder) und einem Glas Wasser lösche ich alles ab.

Die Karpfensteaks und zwei Lorbeerblätter werden nun in das Gemüse "eingegraben", sodass der Fisch ein wenig vom Gemüse bedeckt ist. Ich würze alles gut mit Salz und Pfeffer aus der Mühle. Wer mag, kann auch eine Prise Safran hinzufügen. Weitere zwei Esslöffel Butter kommen in Flocken auf mein Gemüse. Nun alles etwa 30 Minuten lang mit geschlossenem Deckel köcheln lassen.

Ist der Karpfen gar, wird er mit viel grob gehackter glatter Petersilie bestreut und direkt im Bräter serviert, sodass sich jeder selbst so viel nehmen kann, wie er mag. Am besten reichen Sie dazu noch frisches Brot, damit lässt sich die herrlich aromatische Brühe am besten aufsaugen. Der Duft steigt mir schon jetzt in die Nase – bitte probieren Sie es aus!

Einkaufszettel

Für 4 Portionen:

4 nicht zu dünne Karpfensteaks
2 Bund Suppengemüse
400g Kartoffeln, festkochend
2 Knoblauchzehen
Lorbeerblätter
1 Bund glatte Petersilie
Butter zum Anbraten/Verfeinern
1 Glas Weißwein
Salz
Pfeffer aus der Mühle
1 Prise Safran
1 frisches Baguette

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