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Lifestyle Gefahr im Anzug
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10:29 18.12.2015
Es muss ja nicht gleich der Aston Martin sein: Wer ein bisschen Bond spielen will, kann auch zu 007-Tasche, -Smartphone oder -Parfüm greifen. Quelle: Angelo Carconi / dpa
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Die Uhr rettet James Bond mal wieder das Leben. Für die Mission des Agenten im jüngsten Film "Spectre" hat Quartiermeister "Q" den Zeitmesser in eine Waffe verwandelt. Und die Kamera gewährt dem Kinogänger ausreichend Zeit, damit er auf dem Ziffernblatt den Namen des Herstellers lesen kann: Omega.

Schleichwerbung gehört zu Bond-Filmen wie geschüttelter Martini. Doch das gezielte Platzieren von Markenprodukten ist längst nicht die einzige Schnittstelle zwischen Filmbranche und Konsumindustrie. Ein zweiter, beständig wachsender Markt konzentriert sich auf den Fan und sein Bedürfnis, ein Stück der Filmwelt in seinen Alltag mitzunehmen. Immer umfangreicher werden die Merchandise-Kollektionen – und das gilt besonders für die Abenteuer des Agenten mit der Lizenz zum Töten.

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Limited Edition: Die Omega Seamaster 300 sieht der Bond-Uhr in "Spectre" zum Verwechseln ähnlich. Quelle: Omega

Über so gewagte Features wie im Film verfügt die Fan-Version der "Seamaster 300" von Omega zwar nicht, doch dafür sieht der 6700 Euro teure Chronograf dem Original aus dem "Spectre"-Film zum Verwechseln ähnlich. Dann gibt es da noch eine Koffer-Kollektion von Globetrotter, ein Smartphone von Sony und diverse andere Gegenstände, die mit dem "Spectre"-Schriftzug ein bisschen Hollywoodglanz in den Alltag der Käufer bringen sollen. Selbst Anzüge im Bond-Look gibt es – bei Designer Tom Ford

Offizielle Zahlen darüber, wie viel Umsatz die Bond-Filme mit Fanartikeln erwirtschaften, gibt es nicht. Die Star-Wars-Saga gibt allerdings Aufschluss über die Dimensionen, in denen sich diese bewegen könnten. Denn bei der Science-Fiction-Reihe übersteigt der Verkauf von Fanartikeln sogar die Einspielergebnisse. Auf mehr als 24 Milliarden Dollar schätzte das Forbes-Magazin im Jahr 2010 die erwirtschaftete Gesamtsumme, lediglich etwa 4,3 Milliarden Dollar davon brachten die Filme ein.

Die ungeschlagenen Meister im Fanartikelgeschäft: Mit dem Star-Wars-Logo lässt sich beinahe alles vermarkten, selbst Backmischungen für Kekse. Quelle: TheImpulsiveBuy / flickr / CC BY SA 2.0

Bei Bond ist es das Lebensgefühl, die Idee von Luxus, die den Produkten anhaftet. Der Geheimagent gilt als Stilikone. Ob es nun die Ledertasche mit "Spectre"-Motiv ist, die Champagnerflasche oder das 100 Euro teure Poloshirt aus der Linie, die für Daniel Craigs Garderobe geschneidert wurde – die Kundschaft soll sich wenigstens ansatzweise fühlen dürfen wie im Film.

Ob die Sehnsucht nach dem Doppelnull-Lebensgefühl in den vergangenen Jahrzehnten tatsächlich gewachsen ist, lässt sich zwar nicht sagen. Die Schwemme der Fanartikel hat wahrscheinlich einen ganz anderen Grund: Der Absatz von DVDs und Blu-Rays sinkt konstant, also müssen andere Geldquellen ausgeschöpft werden. Wenn ein Bond-Streifen wie "Spectre" mehr als 350 Millionen Dollar kostet, muss er mindestens 650 Millionen Dollar einspielen, damit sich das Projekt auch rentiert.

Von Isabel Christian

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