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Lifestyle Neue Blütezeit fürs Haar
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20:00 13.05.2016
Trend für Haar und Haupt: Blumen sind in diesem Sommer Kopfsache
Blütezeit für Blumenkinder: Florales ist dieses Jahr der große Frisurentrend, wie dieser mit Blüten aus der Kunstblumenmanufaktur Steyer verzierte Hut. Quelle: dpa
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"Und darf ich endlich schlafen, / dann sag' ich noch im Traum: / Blumen für die Damen!", sang Nina Hagen 1991. Auch wenn sie in dem Song beklagt, dass es niemanden gäbe, "der mir auch nur einmal Blumen schenkt", waren und sind Blumen doch wesentlicher Bestandteil der schrillen Frisuren der Punk-Rock-Lady. Mit extrovertiertem Blüten-Kopfputz verband man allenfalls noch die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo. Bis jetzt.

Deutschlands ESC-Hoffnung Jamie-Lee Kriewitz schafft es bei ihren Auftritten, mit ihrem opulenten Brimborium im Haar den Style von Hagen und Kahlo zu einer wahren Krone des Kitsches zu vereinen. In modischer Hinsicht liegt sie genau richtig damit. Zumindest, wenn man Dolce & Gabbana, Gucci oder Rodarte zum Maßstab nimmt. Sie alle setzen beim Haarschmuck in diesem Sommer auf Blumen. Und das nicht zu knapp.

Florales für die Frisur

Bunte Blüten oder gold verzierte Haarreifen, Spangen, Tiaren und Stirnbänder bestimmten die Frisuren der Models auf den Schauen der großen Designer für die Frühjahrs- und Sommermode 2016. Neben den De-luxe-Varianten gibt es auch bei großen Mode- oder Accessoireketten derzeit viel Florales für die Frisur. Obendrein animieren unzählige Anleitungen im Netz zum Selbermachen. Das Haar an sich kann bei so viel, was ihm blüht, getrost vernachlässigt werden: Kombiniert wird das blumige Beiwerk zu lockerem Out-of-Bed-Look.

Große Blüten sorgen eher für einen glamourösen Auftritt, kleinere verströmen romantischen Charme. Ob zum Kranz gewunden, als Flechtwerk verarbeitet oder einfach nur als Hingucker im Dutt – alles, was an Blüten- oder Blattformen im Garten zu finden ist, darf zur Kopfsache gemacht werden. Je farbenfroher und üppiger der Haarschmuck ist, desto schlichter sollte allerdings der Rest des Outfits sein – es sei denn, man will es Nina Hagen und Jamie-Lee gleichtun.

Blumen im Haar gibt es in diesem Sommer auf vielen Laufstegen, unter anderem bei Dolce & Gabbana (links) und Rodarte (rechts). Quelle: afp

Wenn es um Blüten als Zierde für Accessoires wie Hüte, Haarschmuck oder Anstecknadeln gehe, seien zurzeit vor allem Wiesenblumen gefragt, sagt Gerald Steyer. Dazu zählten insbesondere Margeriten, Erika, Maiglöckchen, Veilchen oder Vergissmeinnicht in natürlichen Farben. Sie suggerieren, anders als die prätentiöse Rose oder die erhabene Lilie, Leichtigkeit und Einfachheit – ganz wie die aktuelle Sommermode.

Zusammen mit seiner Frau Heide betreibt Steyer eine der letzten Kunstblumenmanufakturen Deutschlands. Zu ihren Kunden zählt die kleine Werkstatt in Wallroda bei Dresden neben Luxusmarken wie Chanel oder Escada vor allem englische Hutmacher, die wiederum die britischen Royals beliefern.

Blumen für "Titanic" und James Bond

Auch in Filmen wie "Titanic" oder "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" sowie der englischen Erfolgsserie "Downton Abbey" waren schon Hüte und Haarschmuck mit stilisierten Blumen aus Wallroda verziert. Zuletzt schafften es schwarze Hortensienblüten aus Filz von Wallroda aus auf die Leinwand: Sie schmücken den Hut, den Monica Bellucci im jüngsten James-Bond-Film "Spectre" auf einer Beerdigung trägt.

Für die Steyers, die seit nunmehr 45 Jahren Kunstblumen fertigen, ist vor allem das Material dafür entscheidend, damit florale Accessoires stilvoll wirken. Die besten Ergebnisse, auch aus handwerklicher Sicht, erziele man mit natürlichen Materialien, sagt Gerald Steyer. Dazu gehörten Seide, Viskose, Baumwolle, Leinen, Alpaka oder auch Holz und Leder. Kleine Blüten sollte man in Naturfarben wählen, bei größeren, die einzeln zur Geltung kommen sollen, könnten es auch aktuelle Modefarben sein.

Wer sich ans Selberfertigen wagt, sollte auf eine gute Befestigung achten und Klebreste unbedingt entfernen, solang sie noch feucht sind, rät Steyer. Um die Blüten formbar zu machen und damit sie hinterher weder zu steif noch zu lasch aussehen, appretieren seine fünf Angestellten das Material vor der Verarbeitung. Bis zu 600 unterschiedliche Blütenformen hat der Betrieb im Programm.

Wahre Kunst, nicht nur für Kinofilme und Königshäuser: Gerald Steyer in seiner Kunstblumenmanufaktur. Quelle: dpa

Die künstliche Flower-Power ist keineswegs eine Erfindung der Neuzeit. Unechte Blüten werden bereits im Alten Testament erwähnt: Die Königin von Saba stellt Salomon vor das Rätsel, aus zwölf Lilien die künstlichen herauszufinden. Täuschend echt müssen diese ausgesehen haben, denn Salomon fand nur mithilfe einer Biene die Lösung.

Die Kunst des Fertigens von Seidenblumen perfektionierten schließlich die Nonnen im Mittelalter, um Heiligenbilder und Altäre zu jeder Jahreszeit schmücken zu können. Im 18. Jahrhundert entfalteten Kunstblumen in der Mode erstmals ihre Pracht. Zentrum der Blütezeit war vor allem Frankreich.

Traditionsbetrieb mit royalen Kunden

Auch in Sachsen hat das Blumenmacherhandwerk eine besondere Tradition. Als Sachsen 1834 dem Deutschen Zollverein beitrat, verlagerten böhmische Fabrikanten ihre Kunstblumenproduktion an die Grenze nach Sachsen. Von da an breitete sich das Handwerk in der Region stetig aus. Das Geschäft florierte, bis Hüte aus der Mode kamen und nach dem Zweiten Weltkrieg die Teilung Deutschlands folgte.

Die Steyers gründeten ihre Firma 1970 in Westberlin und konnten sich als eine der wenigen Blumenmacher am deutschen Markt vor allem wegen ihrer guten internationalen Kontakte halten. Eigentlich wollten sie aus Altersgründen in diesem Jahr aufhören, jedoch ohne den Betrieb zu schließen. Einen Nachfolger haben sie noch nicht gefunden, und so wird es erst mal nichts mit den Ruhestandsplänen. Blumen für die Damen, nicht nur in royalen Kreisen, sind damit vorerst sicher.

Von Kerstin Hergt

Reine Kopfsache: Frisurtrend Pferdeschwanz

Nach dem Dutt kommt nun also der Pferdeschwanz. Die Trendfrisur dieses Sommers – ob nun mit Blütenkranz oder ohne – ist so aussagekräftig wie kaum eine andere Frisur, denn der Pferdeschwanz markiert sozusagen die Stadien eines Frauenlebens: Am oberen Hinterkopf baumelnd zeugt der Pferdeschwanz von Mädchenhaftigkeit, eine Handbreit über dem Nacken wirkt er jugendlich, und ganz unten angekommen stand er bislang für das eher gesetzte Erwachsenenalter.

Lange galt der Zopf außerdem als Feuerwehrlösung, um einen Bad-Hair-Day zu retten. Der "Loose Ponytail", der lockere Pferdeschwanz, ist selbst bei festlichen Anlässen salonfähig. Vor allem seine Positionierung unten wertet ihn von der Freizeitfrisur zum eleganten Styling-Element auf – unabhängig vom Alter seiner Trägerin.

Damit es lässig wirkt, wird das Haar seitlich oder in der Mitte gescheitelt, aber nicht allzu streng zurückgekämmt und mit einem soften Haargummi im Nacken zusammengebunden. Anschließend werden die Strähnen des Zopfes sorgfältig mit dem Glätteisen bearbeitet. Als zusätzlicher Hingucker sind Seidenbänder angesagt. Für den juvenilen Effekt dürfen sie nur nicht allzu akkurat gebunden sein. Vielmehr werden sie so locker ums Haar geschlungen, dass die Enden über die Spitzen fallen.

Von Kerstin Hergt

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