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Lifestyle Schönes neues Jahr
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20:01 30.12.2016
Bloß weg von der falschen Jugendlichkeit: 2017 bestimmen hochgeschlossene Kragen, weite Silhouetten und Blumenmuster von bieder bis damenhaft die Mode. Quelle: dpa
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Noch mehr Muster

Von einem "Paradigmenwechsel von Minimalismus zu Maximalismus" schrieb die Fachzeitschrift "Textilwirtschaft" in ihrer Analyse der Modeschauen zum Frühjahr 2017. Es wird geklotzt mit farbigen Mustern und einem wilden Mustermix (im Bild: Prada). Vor allem Blumen haben es den Designern angetan, und Streifen fehlen eigentlich in keiner Kollektion. Was daran neu ist? Die Frage ist berechtigt. Muster in allen nur erdenklichen Stilen sind seit einigen Saisons weitverbreitet. In 2017 aber werden sie nun noch mutiger miteinander kombiniert – vor allem Blumen und Streifen.

Es wird geklotzt: Mustermix bei Prada. Quelle: afp

Blumen blühen

Die vielen Blumenmuster (im Bild: Dries Van Noten) in den Kollektionen versprechen eine "neue moderne Romantik", sagt Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Mode-Institut. Er spricht auch von der "floralen Fantasie". Nach vielen Jahren des durchkalkulierten Modemarketings wollten die Verbraucher mehr Gefühl. Das finde Ausdruck über fließende Stoffe, zarte Spitze und eben Blumendrucke. Dazu gehört für den Modeexperten auch, dass sich ab und an Fabelwesen auf den Stoffen tummeln.

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Üppige Blütenpracht bei Dries Van Noten. Quelle: afp

Züchtig und hochgeschlossen

Junge Frauen kleiden sich nun wie einst ihre Omas. Sie greifen zu hochgeschlossenen Blusen mit bravem Kragen, zu über die Knie reichenden Röcken und Kleidern mit züchtigen Rüschen. Warum? Ab den Neunzigerjahren war die Mode in Teilen geprägt von Freizügigkeit und Experimenten inklusive frei liegendem Bauchnabel und Tattoos über dem Steißbein.

Doch ein Trend kann sich nicht ewig halten. "Die falsche Jugendlichkeit der vergangenen Jahre fliegt uns gerade um die Ohren", sagt Designer Carl Tillessen in seinem Trendreport für das Deutsche Mode-Institut. "Die tiefen Einblicke in Blusen (im Bild: Gucci) und Hosen wirken nicht mehr jung und unbefangen, sondern nur noch kalkuliert und obszön." Die Folge ist eine Neuausrichtung. Sittsam bekleidete Dekolletés finden sich in beinahe jeder Kollektion, Blusen und Kleider haben halsnahe U-Boot- oder Sabrina-Schnitte statt tiefer Einblicke.

Gerüscht und hochgeschlossen: Der Gucci-Look für 2017. Quelle: afp

Kleid über Hose

Und wieder mal ein Trend, den viele Frauen schon aus den Neunzigerjahren kennen: Eine neue, beliebte Kombination für Frühling und Sommer 2017 könnten der Rock oder das Kleid über der Hose werden. Wobei es sich dabei immer auch um Kleider in Tunika-Silhouette oder längere Hemdblusen handeln kann.

Auch diese Idee kommt nicht ganz überraschend wieder auf: Bereits im vergangenen Frühjahr und Sommer sah man die eine oder andere Kombination dieser Art auf den Laufstegen, etwa bei Minx (Bild). Wer mag, trägt dazu Pumps, Ballerinas oder Turnschuhe. Der Style kann lässig, oder aber edel daherkommen. Noch dazu kann er mitunter einige Problemzonen gekonnt kaschieren.

Zurück aus den Neunzigern: Kleider werden wieder über Hosen getragen, wie hier bei Minx. Quelle: afp

Zurück zur Mitte

Kurze Hosen und Miniröcke werden natürlich auch im kommenden Jahr nicht ganz von der Bildfläche verschwinden, aber eine Vielzahl an Röcken in Midilänge (im Bild: Prada) fällt auf – oft auch noch aus dem hübsch gefalteten Plissee. Dazu hat es die viel verschmähte Culotte – eine dem Hosenrock ähnliche Hochwasserhose – in den Mainstream geschafft. Sie wird mit Turnschuhen, Pumps oder Ballerinas kombiniert – und gilt längst nicht mehr nur als Kleidungsstück für besonders schlanke Frauen. Sie wird sportlich, aber auch elegant kombiniert und zu nahezu allen Anlässen getragen.

Die goldene Mitte: Röcke und Culottes in Midi-Länge (hier von Prada) bestimmen die Sommermode. Quelle: afp

Zurück – egal, wohin

Blickt man in die Kollektionen für Frühjahr und Sommer 2017, fällt auf: Der Modemarkt vollzieht gleich mehrere Rollen rückwärts. Das Neunzigerjahre-Revival geht noch immer nicht zu Ende: Sprüche ((im Bild: Dior), experimentelle Muster und große Logos auf Sweats, Shirts und Kapuzenpullover sind weiterhin angesagt. "Sie sind ein Hype für die Jungen und retro für die Älteren", sagt etwa der Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt. Auch die glamourös-rockige Mode der Achtzigerjahre wird als Inspiration dienen.

Neunzigerjahre und kein Ende: Sprüche und Logos bleiben (hier bei Dior) angesagt. Quelle: afp

Neue Silhouetten

"Es wird eine große Bandbreite an Silhouetten geben, vor allem im Bereich Oversized", erklärt Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts. Teils bringen Gürtel, Kordeln und Wicklungen (im Bild: Stella McCartney) diese weiten Kleidungsstücke in Form. Müller-Thomkins nennt ein Beispiel: Die eng anliegende Leggings bleibt erhalten, während grundsätzlich der Trend bei Hosen zu mehr Weite und höheren Taillen geht, etwa bei Marlenehosen.

Hohe Taillen, weite Schnitte: Die neuen Silhouetten (hier bei Stella McCartney). Quelle: afp
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