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Meinungen Alexander Holzapfel zum Videobeweis
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21:31 21.03.2019
Von Alexander Holzapfel
Alexander Holzapfel ist Sport-Chef der Kieler Nachrichten Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Wobei: Das Wort Videobeweis führt schon ein wenig in die Irre. Auch bei zehnmaligem Hinsehen liegt eine Szene buchstäblich im Auge des Betrachters. Und so sind alle Blicke auf den ziemlich unter Druck stehenden Referee gerichtet, wenn der sich am Spielfeldrand nach der Ansicht des TV-Bildes „ultimativ richtig“ entscheiden muss.

Freilich, die Zahl der krassen Fehlentscheidungen, die zu Tor oder kein Tor, Elfmeter oder kein Elfmeter sowie Rot oder nicht Rot geführt haben, wurden seit der Einführung der auf dem Fernsehbild basierenden Entscheidungshilfe für Schiedsrichter in der Ersten Bundesliga zur Saison 2017/18 minimiert. Das belegen Auswertungen. Für die Vereine, längst riesige Wirtschaftsunternehmen, bedeutet der Video-Assistent dann auch eine Risiko-Minimierung. Nach dem Motto: Ein Fußballspiel ist so schon unvorhersehbar genug. Gerechter ist es, alles richtig.

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Aber: Die ewig schon für ein hohes Fußball-Gut gehaltene Tatsachenentscheidung, die hitzigen Diskussionen – in der Kneipe, in den Medien, aber auch in Spieler-Interviews – und natürlich der Spielfluss dieser ohne Auszeiten und Uhr-Anhalten auskommenden Sportart, all das geht verloren, wenn wir den Fußball zum chemisch gereinigten Spiel ohne Subjektivität und ohne Fehlentscheidungen verkommen lassen. Der Video-Assistent nimmt dem Fußball ein Stück seiner Ursprünglichkeit.

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