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Meinungen Anne Gramm zur Vertrauensfrage
Mehr Meinungen Anne Gramm zur Vertrauensfrage
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08:00 27.09.2018
Von Anne Voigt
Anne Gramm ist Nachrichtenredakteurin bei den Kieler Nachrichten. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Aber an seiner Forderung, die Kanzlerin möge, nein: müsse jetzt die Vertrauensfrage stellen, kam kein Nachrichtensender vorbei. Doch der FDP-Chef irrt, wenn er glaubt, eine gute Vorstellung abgeliefert zu haben. Er hat der Republik vielmehr vorgeführt, woran die politische Debatte im Jahr 2018 krankt.

Man könnte sagen, dass Lindner sich selbst treu geblieben ist. Dass er seit jeher ein besonders scharfes Schwert führt, wenn es gegen den politischen Gegner geht. Nur haben sich die Zeiten gewaltig geändert. Erbitterte Debatten, bis hin zu persönlichen Diffamierungen, begleiten das bundesdeutsche Parlament, seit es 1949 zum ersten Mal tagte. Aber bei allem Dissens – die Demokratie mit all ihren Vorzügen und garantierten Rechten für jeden Einzelnen stand nie in Frage, der Rahmen galt als unverrückbar.

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Für alle, die in der Bundesrepublik groß geworden sind, scheint es unvorstellbar zu sein, dass selbst dieser starke Rahmen auseinanderfallen könnte. Wie sonst lässt sich erklären, dass Sachdebatten auf der großen Berliner Bühne immer mehr zur Nebensache geraten und stattdessen der Populismus eine immer größere Rolle spielt? Wer die Demokratie schützen will, sollte sich, bevor er sich vollmundig in die nächste Auseinandersetzung stürzt, vor allem eins fragen: Qui bono? Wem nützt es?

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