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Meinungen Anne Holbach zu Flüchtlingsunterkünften
Mehr Meinungen Anne Holbach zu Flüchtlingsunterkünften
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10:00 21.05.2019
Von Anne Holbach
Foto: Anne Holbach
Anne Holbach ist Wirtschaftsredakteurin der Kieler Nachrichten Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Inzwischen kommen wesentlich weniger neue Flüchtlinge nach Deutschland. Da ist es nur logisch, dass Städte und Gemeinden sich wieder von Unterkünften trennen wollen. Sie kosten schließlich Geld, sind aber zum Teil kaum noch ausgelastet. Ob sich eine Lage wie 2015 wiederholt, ist ungewiss.

Aus Integrationssicht ist der Plan, von den Sammelunterkünften wegzukommen, eine gute Idee. Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, fördert das Konflikte. In Massenunterkünften fehlt es den Menschen oft an Privatsphäre. Alles fühlt sich mehr nach einem Provisorium an statt nach einem Zuhause. Wer hier richtig ankommen soll, dem wird das in den eigenen vier Wänden sicher leichter fallen. Nur muss es dafür erst mal genügend Wohnungen geben.

Obwohl die Flüchtlinge nur nach und nach auf den Markt drängen: Dort, wo wie in Kiel schon jetzt bezahlbarer Wohnraum extrem begehrt ist, dürfte sich die angespannte Situation noch verschärfen. Schon jetzt zeigt sich in Gemeinden im Kieler Umland, dass es nicht einfach ist für Flüchtlinge, auf dem freien Markt eine Bleibe zu finden. Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hat spätestens 2021 durch Neubauten eine deutliche Entspannung auf dem Wohnungsmarkt versprochen. Nur wenn das klappt, können die Unterkünfte tatsächlich aufgelöst werden.

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