Anne Holbach zur Schulöffnung am Montag: Riskantes Vorhaben
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Anne Holbach zur Schulöffnung am Montag: Riskantes Vorhaben

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22:01 18.02.2021
Von Anne Holbach
Anne Holbach kommentiert die Debatte um den Schulstart am 22. Februar.
Anne Holbach kommentiert die Debatte um den Schulstart am 22. Februar. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa, Ulf Dahl
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Die Rufe, die Schulen und Kitas bitte endlich wieder aufzumachen, waren zuletzt laut. Kurz bevor nun Grundschüler und Kleinkinder in ihre Einrichtungen zurückkehren dürfen, türmen sich aber die Bedenken. Pädagogen sind im großen Zwiespalt. Sie wünschen sich die Rückkehr zu Präsenzunterricht und Regelbetrieb, wissen sie doch, wie sehr ihren Schützlingen das fehlt. Zugleich sorgen sie sich aber angesichts der Mutationen sowohl um ihre eigene Gesundheit als auch um die der Kinder.

Die Eltern gehen angesichts der Doppelbelastung durch Homeoffice, Betreuung und Hilfe beim Distanzlernen längst auf dem Zahnfleisch und sehnen sich nach Normalität zurück. Das mindert aber die Sorge vor Ansteckungen nicht. Mancher würde seinen Nachwuchs deshalb am liebsten weiter zu Hause behalten.

Es allen Fraktionen recht zu machen, ist für die zuständigen Ministerien eine Herkulesaufgabe.

Mit der Möglichkeit der Beurlaubung ist die Bildungsministerin aber auf Ängste der Eltern eingegangen. Dass Kita- und Schulpersonal sich zweimal pro Woche kostenlos auf Corona testen lassen kann, empfinden viele als Sicherheitsnetz - auch wenn mancher Kritiker das mit Sex ohne Verhütung vergleicht, bei dem ab und zu ein Schwangerschaftstest gemacht wird.

Dass sich Bürger allerdings fragen, warum sonst strenge Kontaktregeln gelten, Kinder und Lehrer aber auf über 20 andere in ihrer Klasse treffen sollen, ist nur logisch. Mit einem allmählichen Hochfahren in kleineren Gruppen hätte das Land sich einen größeren Gefallen getan.

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Clemens Behr 16.02.2021
Christian Hiersemenzel 16.02.2021