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Aufregung über den Osterurlaub - Leserbriefe zum Thema

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13:16 16.03.2021
Von Susanne Färber
Gibt die Landesregierung Urlaubern aus Deutschland die Möglichkeit, einen Osterurlaub an Nord- und Ostsee  so wie hier in Heiligenhafen  zu verbringen? 
Gibt die Landesregierung Urlaubern aus Deutschland die Möglichkeit, einen Osterurlaub an Nord- und Ostsee  so wie hier in Heiligenhafen  zu verbringen?  Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Osterurlaub für uns Landeskinder als Testlauf

Die Landesregierung steckt im Hinblick auf Ostern in einem unauflöslichen Dilemma: Wenn sich die Inzidenz landesweit wieder unterhalb von 50 halten sollte, werden alle anderen (noch) geschlossenen und am meisten gebeutelten Bereiche wie Gastronomie, Tourismus und Kultur gegen die Totalschließung aufbegehren, insbesondere wenn zugleich Urlaub auf den Balearen wieder möglich ist. Zugleich wissen wir, dass eine ungeregelte Mobilität der größte Pandemietreiber ist und alle bisherigen Anstrengungen in kurzer Zeit zunichte macht. Sollte Schleswig-Holstein das Glückskind unter den Bundesländern bei den Inzidenzwerten bleiben, wäre die Landesregierung trotzdem schlecht beraten, an Ostern eine bundesweite Reisewelle nach Norden vom Zaun zu brechen. 

Lesen Sie auch:Corona-Check am Hotelempfang?

Riskant, aber doch beherrschbar wäre es aber vielleicht, einen kleinen, zweiwöchigen Reiseverkehr innerhalb des Landes in Verbindung mit einer Öffnung von Hotels und Restaurants zuzulassen, auch weil Infektionsketten innerhalb des Landes leichter nachzuverfolgen und mit Quarantänemaßnahmen einzudämmen wären. Gleichzeitig könnten die Tourismuszentren ihre verbesserten Schutzmaßnahmen (wie beispielsweise flächendeckendes Testen) vor Ort im Hinblick auf den Sommer ausprobieren, was mit weniger Gästen leichter fallen dürfte. Damit könnte die Landesregierung Hoteliers, Restaurantbetreibern, vielleicht auch Kinos und Theatern ein Stück (vorübergehender?) Normalität zurückgeben, zugleich das Risiko größerer Mobilität eingrenzen und zu einer Stimmungsaufhellung im Land beitragen. Ferien vom Virus kann es auch dieses Ostern nicht geben, aber ein Osterurlaub für uns Landeskinder in den eigenen Gefilden wäre wohl verantwortbar. Für eine solche Perspektive müsste die Landesregierung aber sofort Pläne schmieden und sie öffentlich kommunizieren, damit Kommunen, Tourismus, Geschäftswelt und Kultur rechtzeitig ihre vielen Hausaufgaben machen können. 

Robert Theel, Kiel 

Selbst testen – Wo ist das Problem?

Es kommen auch gute Vorschläge aus der Politik. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat vorgeschlagen, dass die Hotels ihre Besucher auf Corona testen sollen. Aber das lehnt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga)ab. Sache des Staates. Ich glaube, dass wir die Pandemie viel besser überstanden hätten, wenn wir nicht immer nach dem Staat schreien würden, sondern selbst etwas unternehmen. Positive Beispiele gibt es ja. Wo also ist das Problem, die Kunden auf Corona zu testen und dadurch das Geschäft wieder zum Laufen zu bringen? Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen.

Lothar Haase, per Mail

Düstere Aussichten für die Tourismusbranche

Das Vorgehen der Politik in Bezug auf die Osterfeiertage hat zur Folge, dass diejenigen, die ihren Osterurlaub in Schleswig Holstein geplant haben, jetzt kurzfristig auf die Balearen oder in andere Urlaubsländer am Mittelmeer flüchten, um dort in Hotels, Restaurants sowie im Einzelhandel ihr Urlaubsgeld zu lassen, anstatt dies unserer bereits stark angeschlagenen Wirtschaft zukommen zu lassen. Mal abgesehen von den möglicherweise nicht erforderlichen Hygiene-Anforderungen, die unsere Hotels- und Ferienwohnungsbesitzer und Gastronomen bereits im letzten Sommer mit hohem finanziellen Aufwand umgesetzt haben, um eine Infizierung zu vermeiden. Dafür quetschen sich die Menschen jetzt in enge Flieger sowie Busse, die sie zu ihren Hotels kutschieren, wo definitiv kein Abstand von 1,5 bis 2 Meter möglich ist. Zudem hat das RKI herausgefunden, dass eine Infizierung mit dem Virus beispielsweise in Restaurants extrem niedrig gewesen sei. Dies scheint überhaupt kein Gehör in der Politik zu finden. Wenn die Politik in Kiel – und damit meine ich Herrn Günther – dies nicht erkennt, dann wird es trotz des anstehenden Frühlings weiterhin sehr düster für die gesamte Branche aussehen. Die Kollateralschäden werden immer größer!

Alfons Warning, Laboe

Das ist nicht zu fassen

Ich fasse es nicht. Urlaub ohne Quarantäneauflagen auf Mallorca – Ja. An Nord- und Ostsee oder im Schwarzwald – Nein.

Sigrid Hoffmann, Kiel

Leserbrief zum Thema: Lehrkräfte sind keinem besonderen Risiko ausgesetzt

Wohl dem, der einen fürsorglicheren "Chef" hat

Es gibt noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse, in welchem Maß Kinder Überträger von Corona sind, aber Bildungsministerin Karin Prien weiß mal wieder, dass Lehrer keinem „besonderen Risiko ausgesetzt sind“. 

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Seit einem Jahr macht das Lehrpersonal jedes vom Bildungsministerium vorgegebene Hin und Her mit – Schulschließungen, Teilöffnungen, komplettes Homeschooling – ach nee, doch Teilpräsenz. Lehrkräfte müssen sich auch nach einem Jahr noch immer mit der nicht funktionierenden Digitalisierung an den Schulen herumschlagen, organisieren Unterricht in Kohorten und „nebenbei“ die örtlichen Voraussetzungen für die Einhaltung der AHA-Regeln. Und als Belohnung sollen sie nun nicht einmal das Recht auf schnellste Schutzimpfung haben? Wohl dem, der einen fürsorglicheren „Chef“ hinter sich weiß...

Dagmar Göstel, Heikendorf 

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