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Meinungen Hiersemenzel: SPD ringt um Verjüngung
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13:11 07.03.2020
Von Christian Hiersemenzel
Christian Hiersemenzel kommentiert die SPD-Forderung nach jüngeren Parteimitgliedern. Quelle: Ulf Dahl / Daniel Karmann/dpa
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Kiel

Die SPD Schleswig-Holstein will sich reformieren und strebt eine Verjüngung an. Der Landesvorstand präsentiert den Delegierten deshalb eine Neuerung, die es in sich hat: „Auf Wahllisten soll mindestens auf jedem fünften Platz eine Person unter 35 Jahren vorgeschlagen werden“, heißt es unter Paragraf 5. Das ist in einem Verband, dessen Durchschnittsalter bei 59 Jahren liegt, eine kleine Revolution. Ob die gelingt?

Serpil Midyatli bemüht sich aus verständlichen Gründen, die Angelegenheit herunterzuspielen. Es wäre die erste wichtige Neuerung unter ihrer Verantwortung. Bloß, dass in den eigenen Reihen längst nicht jeder jubelt. Die SPD ist eine stolze, streitbare Partei mit selbstbewussten Vertretern.

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Wenn es um die hart umkämpften Sitze im Landtag geht, dürften verdiente Genossen mittleren Alters nicht so schnell einsehen, warum sie einem jüngeren Platz machen sollen. Zumal bereits die Geschlechterquote bei der Listenaufstellung zum Reißverschlussverfahren zwingt. Blickt man aber auf die Wählerschaft und die Altersstruktur der Landtagsfraktion, wird schnell klar, dass sich etwas verändern muss.

Im Vergleich zu den Grünen sehen die Genossen wirklich alt aus. Midyatli wird in den nächsten zwei Wochen also noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Sonst schrammt ihr erster wichtiger Impuls an der Zweidrittelmehrheit vorbei.

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