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Meinungen Christian Hiersemenzel zum Ende der AKW
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19:42 21.12.2018
Von Christian Hiersemenzel
Christian Hiersemenzel kommentiert das Ende der AKW in Schleswig-Holstein. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Sicher, die Nachricht ist großartig: Das Atomkraftwerk Brunsbüttel darf endlich abgerissen werden. Auch Krümmel wartet auf eine solche Genehmigung, und wenn Ende 2021 der Meiler in Brokdorf vom Netz gegangen ist, hat Schleswig-Holstein den Ausstieg aus der Nuklearenergie endgültig vollzogen. Kurz vor den Feiertagen darf man getrost mal euphorisch sein und diesen Anfang vom Ende als "Symbol einer Zeitenwende" bezeichnen. Blieben da nicht zwei Fragen offen: Wohin der ganze Müll gekarrt werden soll, sei er nun radioaktiv oder angeblich nicht, bleibt strittiger denn je. Mindestens ebenso brisant ist jedoch die Diskussion, woher unser Strom künftig kommen soll. Sagen Sie jetzt nicht: aus der Steckdose.

Laut Vattenfall hat das Atomkraftwerk Brunsbüttel im Laufe seiner Lebenszeit das Zehnfache dessen produziert, was das gesamte Land Schleswig-Holstein in einem Jahr benötigt. Fukushima hin oder her: Unser Energiehunger ist ungebrochen. Umweltminister Jan Philipp Albrecht räumte am Freitag auf mehrfache Nachfrage ein, dass sich die Produktion der ehemals drei Kernkraftwerke mit Windenergie allein nicht einmal ansatzweise ausgleichen lässt. Zwar habe noch Anfang der 2000er-Jahre kaum einer damit gerechnet, dass sich der Landesbedarf eines Tages zu 70, in guten Jahren gar zu 100 Prozent regenerativ speisen lässt. Erklärtes energiepolitisches Ziel der überwiegenden Mehrheit im Landtag sind jedoch 300 Prozent. Um Stromexporteur zu bleiben, muss das Land innovativer werden.

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