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Meinungen Christian Hiersemenzel zur KI-Initiative
Mehr Meinungen Christian Hiersemenzel zur KI-Initiative
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21:20 05.07.2019
Von Christian Hiersemenzel
Christian Hiersemenzel kommentiert die KI-Initiative der schleswig-holsteinischen Landesregierung.
Christian Hiersemenzel kommentiert die KI-Initiative der schleswig-holsteinischen Landesregierung. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Beim Einsatz künstlicher Intelligenz geht es schon lange nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie.

Schleswig-Holsteins Landesregierung hat in den vergangenen Jahren oft darüber gesprochen, was alles möglich sein könnte, um den Alltag seiner Bürger zu erleichtern, mehr Wertschöpfung zu erzielen und den Norden angesichts des enormen Drucks aus Amerika und China zukunftsfähig zu machen. Umgesetzt wurde reichlich wenig. Das hat die Landesregierung erkannt und unterfüttert ihre neue Strategie deshalb mit einem Sondervermögen. Es ist vor allem ein Symbol.

Ob die 4,5 Millionen Euro ausreichen, um kraftvoll Innovationen zu befördern, darf bezweifelt werden. Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei, reagierte bemerkenswert einsilbig auf die Frage, ob angesichts der zu erwartenden enormen Kosten nicht mehr Geld, sehr viel mehr Geld nötig wäre. Haushaltsentscheidungen liegen beim Landtag, und die Finanzen dürften in den nächsten Jahren nicht mehr so locker sitzen.

Immerhin ist ein erster Schritt getan. Sogar an die Einrichtung eines gesellschaftlichen Expertengremiums hat Jamaika gedacht. Ein Füllhorn der guten Möglichkeiten oder eine Büchse der Pandora, die den Menschen in den Überwachungsstaat treibt und Arbeitsplätze vernichtet? Nach einer aktuellen Studie gewinnen ethische Grundsätze für das Vertrauen der Öffentlichkeit in künstliche Intelligenz an Bedeutung. Die Landesregierung wäre gut beraten, zumindest bei ihrer neuen Ethik-Kommission in die Vollen zu gehen.

Florian Hanauer 05.07.2019
Heike Stüben 05.07.2019
Michael Kluth 04.07.2019