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Meinungen Christian Hiersemenzel zur Kita-Reform
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20:57 04.06.2019
Von Christian Hiersemenzel
Christian Hiersemenzel kommentiert die schleswig-holsteinische Kita-Reform. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Auch wenn die SPD gestern zu Recht forderte, dass ein Platz im Kindergarten kostenlos sein muss: Schleswig-Holsteins Familienminister Heiner Garg bringt den Norden dem Ziel der Gebührenfreiheit vermutlich näher, als es den Sozialdemokraten mit ihrer schrittweisen Absenkung der Elternbeiträge gelungen wäre. Der Hauptgrund: FDP, CDU und Grüne haben sich gemeinsam mit den Kommunen in den vergangenen eineinhalb Jahren große Mühe gemacht, das Gebührenchaos zu ordnen. Bislang galt es als nahezu unmöglich, das Finanzierungssystem von Krippen und Kindergärten komplett zu durchschauen, geschweige denn es zu vereinheitlichen und Reformansätze für das ganze Land zu entwickeln. Entsprechend wurde jeder noch so gute Änderungsvorschlag sofort im Keim erstickt. Jetzt scheint es, als wären Leistung und Finanzierung der Kitas zwischen Flensburg und Norderstedt endlich vergleichbar.

Es ist also ein Etappensieg, über den sich Garg und seine Mannschaft trotz aller Kritik von Kommunen und Elternvertretern freuen können. Jamaika hat geliefert. Dass gar nicht so nebenbei auch der Betreuungsschlüssel verbessert wurde, geht aufs Konto der Grünen. Sie hatten beharrlich darauf Wert gelegt, dass Kinder nicht nur verwahrt werden, während ihre Eltern zur Arbeit gehen, sondern im besten Sinne eine Erziehung erhalten. In der nächsten Legislatur könnte eine neue Landesregierung den Knoten zur Beitragsfreiheit durchschlagen. Dafür hat Garg das Fundament gelegt.

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