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Meinungen Christian Longardt zum Streik am Nord-Ostsee-Kanal
Mehr Meinungen Christian Longardt zum Streik am Nord-Ostsee-Kanal
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07:38 06.09.2013
Von Christian Longardt
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Dass sie sich mit ihren Bedenken gegenüber einem erneuten Streik am Kanal nicht durchsetzen konnten, ist bitter. Für die Lotsen, denen wieder tagelang die Einnahmen wegbrechen, wird die Lage mittlerweile existenzbedrohend, der maritimen Wirtschaft insgesamt steht erneut eine ganz schwierige Woche bevor. Langzeitfolgen inklusive.

Zu einem Tarifkonflikt aber gehören immer zwei. Auch die Bundesregierung trägt ihren Teil der Verantwortung an der Eskalation. Verdi ist wild entschlossen, den gewünschten Tarifvertrag zu erstreiten, das ist nun mal klar. Jetzt dabei zuzusehen, wie die Gewerkschaft die Daumenschrauben Monat für Monat immer fester anzieht, wird der Bedeutung des Kanals nicht gerecht.

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Verkehrsminister Ramsauer dürfte von seinen Besuchen an den Schleusen inzwischen wissen, was die Wasserstraße volkswirtschaftlich wert ist. Ob er, sein Kabinettskollege Friedrich oder am Ende die Kanzlerin persönlich den Knoten durchschlägt, ist nicht wichtig. Hauptsache, Regierung und Verdi bewegen sich endlich aufeinander zu. Der Kanal kann nicht warten – es ist höchste Zeit für Vernunft.