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Meinungen Christian Longardt zur "Gorch Fock"
Mehr Meinungen Christian Longardt zur "Gorch Fock"
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22:00 13.01.2019
Von Christian Longardt
Foto: Christian Longardt kommentiert den Prüfbericht zur "Gorch Fock".
Christian Longardt kommentiert den Prüfbericht zur "Gorch Fock". Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags kommt aus Kiel und ist deshalb völlig unverdächtig, wenn er in Sachen "Gorch Fock" kritisch Position bezieht. Die enormen Kostensteigerungen bei der Sanierung des Kieler Symbolschiffes sei auf ein "System organisierter Unverantwortlichkeit" in der deutschen Militärbürokratie zurückzuführen, gab Hans-Peter Bartels kurz vor Weihnachten zu Protokoll. Was der Bundesrechnungshof nun in seinem Prüfbericht schreibt, gibt Bartels in vollem Umfang recht.

Es wäre in der Tat unverantwortlich, wenn die Schäden an der "Gorch Fock" nie richtig untersucht und bewertet worden wären. Es wäre unverantwortlich, nie ernsthaft geprüft zu haben, ob ein Neubau günstiger ist als die Reparatur. Und es wäre mehr als nur unverantwortlich, der Verteidigungsministerin geschönte Zahlen vorzulegen, damit sie einer Fortsetzung der immer teureren Sanierung zustimmt. Das wäre ein Skandal.

Mit jeder Negativ-Nachricht mehren sich die Argumente derer, die das einst so stolze Segelschulschiff der Marine aufgeben und die Sanierung abbrechen wollen. Und es wird auch für die Fans der "Gorch Fock" in und um Kiel immer schwerer, Lokalpatriotismus vor Vernunft zu stellen. Man ahnt: Spätestens nach Lektüre des alarmierenden Rechnungshofberichts dürfte Ursula von der Leyen den Daumen senken. Das Aus für die alte "Gorch Fock" muss aber nicht das Ende sein. Auch eine "Gorch Fock II" würde Schleswig-Holstein zur Ehre gereichen.

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