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Meinungen Christian Truschel: Neue Zelltherapie ist zu teuer
Mehr Meinungen Christian Truschel: Neue Zelltherapie ist zu teuer
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09:55 30.09.2019
Von Christian Trutschel
Christian Trutschel Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Wer lehnt eine solche Therapie ab, wenn nichts anderes mehr hilft? Und wie viel ist überhaupt ein Menschenleben wert? Die CAR-T-Zelltherapie, die erst am Anfang steht, wirft ethische Fragen auf. Dringend geboten ist deshalb der ungewöhnliche Vorstoß von Ersatzkassen, Uniklinika, Hämatologen und Krebsgesellschaft: Die Regeln für Pharma-Hersteller bei ihrer Preisbildung müssten so sein, dass die Solidargemeinschaft nicht überfordert wird.

Die Innovationskraft der Industrie ist ein Segen, ihre Preisgestaltung ein Fluch. Arzneimittel bilden einen der drei großen Ausgaben-Posten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Von 2013 bis 2018 stiegen sie von 30,1 Milliarden Euro auf 38,7 Milliarden Euro – laut Bundesgesundheitsministerium. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie verbreitete vor sechs Tagen die Mitteilung „GKV-Arzneimittelausgaben seit Jahren konstant“.

CAR-T, sekundiert der Verband forschender Arzneimittelhersteller, komme nur für 1200 bis 1400 Patienten in Deutschland pro Jahr in Betracht. Soll heißen: Ist die Patienten-Kopfzahl niedrig, muss der Arznei-Stückpreis hoch sein. Er ist zu hoch. Maximal gewinnsteigernd. Und Gewinne werden in weitere Innovationen gesteckt, die maximale Gewinne erwarten lassen. Nicht in die Entwicklung neuer Antibiotika, die dringend benötigt werden. Die auch Leben retten können. Ist das ethisch?

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