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Meinungen Christin Jahns zu ausgesperrten Kindern
Mehr Meinungen Christin Jahns zu ausgesperrten Kindern
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14:00 19.03.2019
Von Christin Jahns
Christin Jahns ist Volontärin bei den Kieler Nachrichten Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Rechtlich mag das in Ordnung sein. Die Anbieter werben mit Ruhe und Entspannungsangeboten und argumentieren, dass Kinder zwar niedlich, aber eben auch laut seien und der Erholung der Erwachsenen mit ihrem quirligen Wesen im Wege stünden.

Die Betreiber haben ein Hausrecht und können anderen in begründeten Fällen den Zutritt verwehren. Davon betroffen sind nicht nur Kinder: In einigen Diskotheken gibt es Partys, wo Erwachsene unterhalb einer bestimmten Altersgrenze ausgeschlossen sind. Der ein oder andere mag sich darüber ärgern, den großen Aufschrei gibt es deshalb aber nicht. Warum also nicht auch Kinder aus dem ein oder anderen Café verbannen?

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Das Problem ist, dass jegliche Form der räumlichen Trennung die Toleranzschwelle weiter sinken lässt. Wenn keine kichernden Kinder mehr auf dem Boden spielen dürfen, was ist dann mit älteren Leuten, deren Rollatoren im Weg stehen, oder Geschäftsleuten, die mit ihren Laptop die gemütliche Atmosphäre stören? Dass Menschen in Cafés und Restaurants dazu gezwungen sind, sich mit anderen Altersgruppen und Charakteren auseinanderzusetzen, könnte man so auch als förderlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt betrachten. Wer lieber seine Ruhe haben möchte, kann schließlich auch einfach zu Hause bleiben.

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