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Meinungen Christin Jahns zu alten Windrädern
Mehr Meinungen Christin Jahns zu alten Windrädern
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10:00 28.01.2019
Von Christin Jahns
Christin Jahns ist Volontärin bei den Kieler Nachrichten Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Smartphones gelten in der Regel nach zwei Jahren als hoffnungslos veraltet, Waschmaschinen leben selten länger als zehn Jahre – und auch für viele Windkraftanlagen schien es lange Zeit so, als sei nach 20 Jahren zwangsläufig Schluss. Nachhaltig ist das nicht. Der Tüv-Vorstoß, alte Windanlagen nicht zu verschrotten, sondern weiter zur Energiegewinnung einzusetzen, hat also erst einmal seinen Charme.

Die andere Seite der Medaille: Alt-Anlagen außerhalb der Vorrangflächen sollten nach der neuen Regionalplanung eigentlich abgebaut werden, um Mensch und Landschaft zu entlasten. Wenn die Windräder nun mit Hilfe des Tüv einfach weiterbetrieben werden, steht das Land vor einer neuen Situation. Dass Windkraftgegner sich um die zugesagte Flurbereinigung betrogen fühlen, ist so gesehen verständlich. Und dennoch: Funktionsfähige Mühlen quasi wegzuwerfen, wäre unökologisch. Stattdessen ist ein klarer Fahrplan nötig. Bleiben alte Anlagen außerhalb der Eignungsflächen am Netz, müssen sie auf die Gesamtplanung angerechnet werden.

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Ob Alt-Anlagen weiterbetrieben werden oder nicht, ist aber vor allem eine wirtschaftliche Entscheidung, die davon abhängt, ob es sich auch dann noch rechnet, wenn die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz wegfällt. Am Ende wird es darauf ankommen, ob sich der Strompreis stabil entwickelt.

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