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Meinungen Florian Hanauer zu Negativzinsen
Mehr Meinungen Florian Hanauer zu Negativzinsen
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10:00 14.08.2019
Von Florian Hanauer
Florian Hanauer kommentiert die drohenden Strafzinsen. Quelle: pae
Kiel

Negativzinsen für Privatkunden werden sich auf Dauer nicht vermeiden lassen. Reinen Wein schenken einige größere Sparkassen wie Volksbanken mit dieser Aussage ein. Andere versuchen, um so deutliche Worte herumzukommen - teils, weil sie nach anderen Möglichkeiten suchen, Kosten in den Griff zu bekommen, teils, weil sie hoffen, dass die EZB ihren Einlagezins nicht weiter absenkt.

Dabei wären nicht nur extrem vermögende Kunden betroffen, die einige Hunderttausend Euro auf ihrem Girokonto horten. Nein, weitere Zinssenkungen würden den Instituten so hohe Kosten aufbürden, dass sie auch an einer Belastung der breiten Kundschaft kaum vorbeikommen.

Spielraum ist nicht groß

Der Spielraum ist nicht groß: Sollen es nicht Strafzinsen für Kleinsparer sein, müssen die Kreditinstitute an der Gebührenschraube für die Kontoführung drehen, an Überweisungen oder den Giro- und Kreditkarten. Sie müssten an Rationalisierungen und Filialschließungen denken, oder an mehr Provisionen für Anlageprodukte. Man stelle sich nur vor, dass Berater die Androhung eines Strafzinses dazu nutzen würden, um Ladenhüter des Hauses, etwa überteuerte Dachfonds, an die Kunden loszuwerden.

Klug agierende Banken und Sparkassen werden das Gegenteil tun und versuchen, ihre Kunden zu halten – wohl wissend, dass Beratung teuer ist, die Konkurrenz und der Kampf um Marktanteile aber wächst. Sie werden ihren Kunden durch eine schwierige Zeit für Anleger helfen – nur dann können diese auch Verständnis dafür zeigen, dass Sparen heute nicht mehr so einfach ist.

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