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Meinungen Frank Behling zum teuren Kampfschiff
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23:14 25.01.2019
Von Frank Behling
Frank Behling ist SH-Redakteur und Schiffsexperte der Kieler Nachrichten Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Schon der Name „Mehrzweckkampfschiff“ wurde aus politischen Gründen an der Spree zur Verwirrung der Öffentlichkeit geschaffen. In allen Marinen der Welt würde dieses 160 Meter lange und über 10000 Tonnen verdrängende Kampfschiff die Bezeichnung Lenkwaffenkreuzer tragen, mindestens aber Zerstörer. Da der Name Fregatte im Kreis der Nato hämisches Gelächter ausgelöst hätte, wurde die politisch korrekte Wortschöpfung Mehrzweckkampfschiff geschaffen. Mit einer klassischen Fregatte hat das MKS so viel gemein wie ein Smart mit einem SUV.

Dabei ist in diesem Fall der Ansatz des Ministeriums erstmals realistisch orientiert. Die Höhe der Kosten ist gemessen an anderen Projekten marktüblich. Ein Beispiel: Die US Navy bestellte am 27. September vergangenen Jahres zehn Zerstörer im Paket mit einer Einsatzverdrängung von je 10000 Tonnen und einer Bewaffnung von über 90 Flugkörpern zur Lieferung bis 2022. Als Vertragspreis wurden mit den beiden US-Werften knapp zehn Milliarden Dollar für Design und Bau veranschlagt. Dabei sind die Bewaffnung und die Sensorik nicht im Preis enthalten. Auch bei der US Navy stehen schnell 1,5 Milliarden Euro pro Zerstörer auf der Rechnung. Fünf Milliarden Euro sind da für vier noch größere deutsche „Mehrzweckkampfschiffe“ dagegen nah an der Wirklichkeit.

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