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Meinungen Heike Stüben zum Streik der Ärzte
Mehr Meinungen Heike Stüben zum Streik der Ärzte
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21:52 29.04.2019
Von Heike Stüben
Heike Stüben ist SH-Redakteurin der Kieler Nachrichten Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Der Monitor des Marburger Bundes zeigt, wie groß die Unzufriedenheit ist. Es ist ein Alarmsignal, denn die große Mehrheit hat mit Enthusiasmus diesen Beruf gewählt und dafür eine sehr lange, fordernde Ausbildung auf sich genommen. Und ja, sie wussten, dass im Krankenhaus kein neun-bis-fünf-Uhr-Job auf sie zukommt. Dass sie auch an Wochenenden, Feiertagen und nachts arbeiten müssen. Doch es kommt auf das Maß an und vor allem auf die Arbeitsintensität. Wohl jeder Krankenhauspatient hat schon miterlebt, wie gehetzt Ärzte wirken. Hat sich gewundert, dass die Ärztin immer noch im Dienst ist. Und sich geärgert, dass der Arzt keine Zeit für eine Erklärung, ein Gespräch hat.

Dass die Ärzte jetzt entschlossen für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen, ist deshalb gerechtfertigt. Dass die Arbeitgeber versuchen, sie wieder mit Gehaltserhöhungen ruhigzustellen, auch. Denn bessere Arbeitsbedingungen, weniger Dienste – all das ist nur mit mehr Personal möglich. Das ist teuer, vor allem: Es ist nicht da. Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens, in dem Fallzahlen und -pauschalen oft entscheidender als medizinische Notwendigkeiten sind, hat den Ruf des Berufs nachhaltig beschädigt. Umso dringender ist die Wende. Bessere Arbeitsbedingungen wären ein Anfang. Ohne Änderungen der Finanzstruktur wären sie aber nur ein Pflaster, keine Heilung.

Finanzministerin Monika Heinold kennt ihre Pappenheimer im Parlament. Genau deshalb möchte die Grüne vorsorglich in der Landesverfassung klarstellen, dass der Versorgungsfonds wirklich nur zur Mitfinanzierung der steigenden Pensionslasten verwendet wird.

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