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Meinungen Heike Stüben zum Umgang mit dem Kupieren
Mehr Meinungen Heike Stüben zum Umgang mit dem Kupieren
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00:58 21.09.2014
Von Heike Stüben
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Stattdessen schließt Minister Robert Habeck eine Vereinbarung ab, die für das Ende dieser Praxis kein Datum setzt.

So bitter es ist: Das macht Sinn.

Denn die Durchsetzung des Kupierverbotes allein ändert für die Ferkel wenig. Ein Schnitt – in den ersten Tagen darf man das ohne Betäubung machen – oder ein Biss von Artgenossen ist keine Alternative. Die kann nur in anderen Haltungsbedingungen bestehen.

Dieses Ziel ist nur noch mit einer konsequenten Schritt-für-Schritt-Politik zu erreichen in einer Landwirtschaft, die nach dem Prinzip „immer mehr und immer billiger“ funktioniert. Die sogar akzeptiert, dass Tiere nur zum umgehenden Töten erzeugt werden. Beim Schlachten trächtiger Kühe etwa. Beim Züchten von Säuen, die mehr Ferkel werfen, als sie überhaupt durchbringen können. Beim Aussondern männlichen Eintagsküken, die in unserer Welt einfach über sind.

Kein Wunder, dass die Zahl der Vegetarier und Veganer in Deutschland wächst wie nie zuvor, gerade in der jungen Generation. Der Druck der Verbraucher, aber auch von Klima- und Wasserschützern auf die Landwirtschaft wächst. Der Einsatz für die Ringelschwänze kann deshalb nur ein Anfang sein.