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Meinungen Heike Stüben zum Wolfs-Abschuss
Mehr Meinungen Heike Stüben zum Wolfs-Abschuss
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20:57 22.01.2019
Foto: Der Wolf GW 924m soll abgeschossen werden - der Antrag ist schon gestellt.
Der Wolf GW 924m soll abgeschossen werden - der Antrag ist schon gestellt. Quelle: Patrick Pleul
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Dem Tier wird – so es tatsächlich erlegt wird – offenbar eine frühe Erfahrung aus seiner Heimat Dänemark zum Verhängnis: Dort gab es leichte Beute hinter Zäunen, die keinen Strom führten. Wölfe sind äußerst lernfähig. Die Vorfälle in Schleswig-Holstein sprechen dafür, dass er sich auch in Zukunft nicht von Zäunen unter Strom abhalten lassen wird. Damit besteht das reale Risiko, dass er sein Verhalten weitergibt. Denn nicht weit entfernt, im Segeberger Bereich gibt es eine Wölfin. Doch sollte sie sich mit dem Wolf paaren, könnten sie und Welpen das Verhalten übernehmen.

So richtig die Tötung des jungen Wolfsrüden sein mag, so wichtig ist nun auch, dass Schafhalter ihre Herden mit den ordnungsgemäßen Schutzzäunen sichern. Nur so ist zu verhindern, dass andere Wölfe zu Zaunspringern werden. Denn auch das ist klar: Das Verhalten des Wolfsrüden ist nicht die Regel. Die Wölfin im Kreis Segeberg meidet bisher konstant stromführende Zäune. Sie kommt nicht aus Dänemark und hat offenbar die Schutzzäune als negativ abgespeichert. Und auch im Lauenburgischen, wo am häufigsten Wölfe unterwegs sind, konnten die Schafhalter mit konsequenten Schutzmaßnahmen die Verluste minimieren und beweisen täglich: Die Koexistenz kann funktionieren.

Von Heike Stübe

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