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Meinungen Heike Stüben zur Gewalt gegen Ärzte
Mehr Meinungen Heike Stüben zur Gewalt gegen Ärzte
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10:00 05.07.2019
Von Heike Stüben
Heike Stüben kommentiert die zunehmende Gewalt gegen Ärzte und Klinik- und Praxispersonal. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Tätliche Angriffe auf Klinik- und Praxispersonal? Das geht gar nicht, sollte man denken. Und doch ist es offenbar Alltag in Deutschland.

Dabei geht es nicht um Patienten, die durch Demenz, psychische Erkrankungen und Drogenabhängigkeiten nicht mehr wissen, was sie tun. Es geht auch nicht nur um Patienten und Angehörige, die verbal entgleisen, weil sie etwa durch eine niederschmetternde Diagnose in eine Ausnahmesituation katapultiert wurden.

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Es geht um Patienten, die in vollem Bewusstsein eine bevorzugte Behandlung verlangen. Denen Werte wie Rücksichtnahme, Gemeinsinn und das Verständnis für die reale Arbeitssituation in Krankenhäusern und Praxen abhanden gekommen ist.

Offenbar werden bestimmte Vereinbarungen nicht mehr von allen geteilt. Die Folgen dieser Entsolidarisierung bekommen immer mehr Menschen zu spüren - auch Ärzte und das Personal in Praxen und Krankenhäusern. Verständlich, dass sie fordern, was Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungsdienstmitarbeitern nach langem Kampf zugebilligt wurde: dass Gewalt gegen Praxis- und Klinikteams auch unter den Straftatbestand Paragraf 115 Strafgesetzbuch fällt und dadurch härter als bisher bestraft werden kann.

Das wäre nur gerecht. Ob es aber auch abschreckend wirkt? Da sind Zweifel angebracht. Deshalb wird eine Strafverschärfung nicht reichen. Prävention ist notwendig. Mehr Zeit für Gespräche und ein Konsens darüber, dass Gewalt kein Mittel der Auseinandersetzung ist. Aber wie lässt der sich erreichen?

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