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Meinungen Jörn Genoux zu den Ermittlungen bei Sig Sauer
Mehr Meinungen Jörn Genoux zu den Ermittlungen bei Sig Sauer
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07:43 04.07.2014
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Das Unternehmen selbst aber deutet in seiner eigenen Erklärung an, wie es wohl gelaufen sein könnte: US-Behörden bestellen Waffen, darunter Pistolen. Sig Sauer stellt den Exportantrag und erhält die Genehmigung. Schließlich sind die USA ein enger Verbündeter. Die US-Behörden statten aber regelmäßig befreundete Polizei- und Militäreinheiten aus, unter anderem im Kampf gegen die organisierte Drogenkriminalität. Und dass ein Teil der US-Bestellung von Anfang an für Kollegen in Kolumbien bestimmt gewesen ist, dürfte daher Sig-Sauer-Mitarbeitern schnell zu Ohren gekommen sein. Damit aber bewegten sie sich mindestens im Graubereich des deutschen Rechts. Wie gesagt, das ist alles noch Spekulation. Doch solche Vermutungen werden durch die bekannten Mitarbeiter-Mails gestützt.

Der Vorgang zeigt jedoch eines ganz eindeutig: die Verlogenheit deutscher Politik auf diesem Feld. Denn Waffenexporte lassen sich auch mit noch so gut gemeinten Gesetzen und Regeln nicht wirklich kontrollieren. Der Export-Umweg über befreundete Staaten wird schließlich regelmäßig genutzt, um Rüstungsgüter Made in Germany auch in solche Länder zu verkaufen, in denen Krieg und Terror herrschen.