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Meinungen Jürgen Küppers zum Datenschutz
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20:54 18.10.2018
Von Jürgen Küppers
Jürgens Küppers kommentiert die Verwirrung um die Klingelschilder. Quelle: KN
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Kiel

Diese Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist nicht nur nicht zu Ende gedacht. Ihre Interpretationsspielräume offenbaren auch die Hilflosigkeit von Behörden, Verbänden, Unternehmen und Bürgern. Da erklärt eine (Landes-)Datenschützerin in Kiel, Vermieter müssten sich durch schriftliche Einwilligungen ihrer Mieter zu Namensschildern an Klingeln oder Briefkästen absichern, wenn sie nicht gegen die DSGVO verstoßen und sich keine fette Geldstrafen einhandeln wollen. Ihre (Bundes-)Datenschutzkollegin kommt hingegen zu dem Schluss: Schilder können bleiben wo sie waren, alles mit neuen Datenrichtlinien konform. Toll!

Multipliziert man nun eine vieldeutige Verordnung mit der Angst vor Strafen wegen (unbeabsichtigter) Verstöße und mit steigender Klagebereitschaft, ist das eine Rechnung, die nicht aufgehen kann. Mag ja sein, dass Google, Facebook und Co. im günstigsten Fall sorgsamer mit Daten umgehen müssen. Aber was hilft das, wenn alle anderen Bürger der digitalen Welt im Umgang mit personenbezogenen Daten jetzt komplett verunsichert werden? Dagegen müssen Experten und Politiker etwas unternehmen. Falls nicht, könnte die Quittung dafür schon bald kommen: Im Mai 2019 ist die nächste Europa-Wahl.

Christian Hiersemenzel 19.10.2018
Jürgen Küppers 19.10.2018
Anne Holbach 16.10.2018
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