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Meinungen Jürgen Küppers zur Schulbegleitung
Mehr Meinungen Jürgen Küppers zur Schulbegleitung
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08:13 25.11.2014
Von Jürgen Küppers

Ein Amt wartet ab, ob Schulen krankheitsbedingte Auffälligkeiten – in diesem Fall eines Autisten – selbst in den Griff bekommen. Mögen Experten externe Hilfe durch Schulbegleitung von Anfang an für dringend geboten halten, im Amt hält man sich an Vorschriften. Rechtlich gesehen mag das korrekt sein. Richtig ist es trotzdem nicht.

Wie so oft, liegt der Fehler im System. Denn im aktuellen Fall ist die Schulbegleitung eines autistischen Jungen (noch) Bestandteil der von Kommunen zu finanzierenden Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen. Ziel ist es dabei, eine drohende Behinderung zu verhüten, deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern. Doch das ignoriert die Realitäten von Inklusion an Schulen völlig.

Denn längst nicht jeder Schüler, der Schulbegleitung braucht, ist behindert. Für Schulbegleitung ist deshalb ein solch strenges Prüfverfahren der Eingliederungshilfe völlig untauglich. Außerdem ist es nicht nachvollziehbar, dass Kommunen viel Geld dafür aufwenden sollen, die vom Land gewollte Inklusion an Schulen durch Schulbegleitung zu ermöglichen. Das Land hat zum Thema Schulbegleitung Reformen angekündigt. Wie nötig die sind, zeigt das Kieler Beispiel, das eben leider kein Einzelfall ist.