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Meinungen Karen Schwenke zum Arbeitslosen-Programm
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06:00 02.01.2019
Von Karen Schwenke
Karen Schwenke kommentiert das neue Programm für Langzeitarbeitslose. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Es ist nicht ganz unproblematisch, wenn der soziale Arbeitsmarkt eingeführt wird. Zum ersten Mal gibt es dann in der freien Wirtschaft Jobs, die komplett staatlich bezahlt werden - und zwar zu Mindest- oder sogar Tariflöhnen. Und zum ersten Mal dürfen soziale Einrichtungen mit Hilfe des voll subventionierten Personals Leistungen in Konkurrenz zur Privatwirtschaft anbieten. Die Idee hinter dem neuen Gesetz klingt gut: Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren. Doch Ökonomen befürchten Wettbewerbsverzerrungen und eine Verdrängung regulärer Jobs.

Theoretisch stimmt diese Kritik, praktisch eher nicht. Denn es werden ausschließlich schwerst Vermittelbare gefördert. Langzeitarbeitslose, die sonst nie wieder regulär arbeiten würden. Trotz guter Konjunktur und sinkender Arbeitslosenquote sind das in Kiel immer noch 6000 Menschen. Bisher konnte man ihnen nur marktferne Programme anbieten. Einen Ausweg aus Hartz IV versprachen die nicht. Nun gibt es eine Perspektive: den Einstieg in "echte Jobs".

Doch hierfür müssen erst einmal "echte Arbeitgeber" gefunden werden. Nicht ohne Grund besteht bisher kein großer Run auf das kostenlose Personal: Menschen, die sieben Jahre keinen Job hatten, mit Süchten und anderen Krankheiten kämpfen, sind bei Weitem nicht so produktiv wie andere Mitarbeiter. Wer sich einen Wettbewerbsvorteil durch billige Arbeitskräfte ausrechnet, liegt falsch. Hier braucht es Zeit, Geduld und Herz. Es ist nur zu hoffen, dass sich viele Arbeitgeber für diese Aufgabe finden. In Kiel und anderswo.

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