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Meinungen Klaus Kramer zur Kür des Kanzlerkandidaten Steinbrück
Mehr Meinungen Klaus Kramer zur Kür des Kanzlerkandidaten Steinbrück
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10:04 08.12.2012
Von Klaus Kramer
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Neu ist, dass die sonst eher bescheiden auftretende Kanzlerin ebenfalls nicht frei von Hochmut ist. Ihr Eigenlob auf dem CDU-Parteitag, die „erfolgreichste Regierung seit der Wiedervereinigung“ zu führen, ist so überzeugend wie die Absicht, die schwarz-gelbe Koalition nach der Bundestagswahl fortzuführen - also gar nicht.

Die Leute schätzen es nicht, für dumm verkauft zu werden. Die endlose Schuldenkrise und eine Energiewende, die immer waghalsiger erscheint, je höher die Strompreise steigen, verlangen nach einer Regierung, die die Wähler ernst nimmt. Denn schließlich stehen deren Lebensstandard und Ersparnisse auf dem Spiel. Da reichen möglicherweise einige Stromausfälle und weitere Hiobsbotschaften aus Griechenland aus, um das Vertrauen in die umsichtige Kanzlerin zu erschüttern.

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Steinbrück hat den Start verstolpert, aber das Rennen hat gerade erst begonnen. Das Jahr bis zur Bundestagswahl kann lang werden, nicht nur für den Herausforderer. Vielleicht gewinnt am Ende derjenige, dem am ehesten bewusst ist, dass seine politische Macht nur auf Zeit verliehen wird - vom Wähler.