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Meinungen Alev Dogan zur Notenvergabe
Mehr Meinungen Alev Dogan zur Notenvergabe
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07:01 24.03.2018
Von Alev Doğan
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Die eine Regierung will von Notenzeugnissen an Grundschulen nichts mehr wissen, die aktuelle schickt sich an, sie wieder hervorzuholen. Dass sämtliche Lehrer noch nicht mit akutem Schleudertrauma in die Notaufnahmen eingeliefert wurden, grenzt an ein Wunder.

 Inhaltlich gesehen kann man die eine oder andere Position wählen. Man kann die guten, alten Noten fordern oder differenziertere Beurteilung durch Kompetenzraster vorziehen.

 Doch unabhängig von der inhaltlichen Auseinandersetzung gibt es einen anderen Grund, weswegen diese Debatte so mühsam ist: Sie ist unnötig. Im Moment nutzt die überwiegende Mehrheit der Grundschulen zwar das einheitliche Zeugnis ohne Noten, doch jeder Schule ist es selbst überlassen, sich für ein Notenzeugnis zu entscheiden. Bereits jetzt sind Notenzeugnisse also völlig legitim. Diesen Spieß will die Jamaika-Regierung nur umdrehen: Notenzeugnisse sollen wieder Standard werden, und die Schulen können entscheiden, ob sie statt oder ergänzend dazu Kompetenzraster und Entwicklungsberichte einführen. Dem eigentlich selben Inhalt wird also mit viel Aufwand ein neues Etikett gegeben. Frei nach dem Motto: Der politischen Klientel gefällt es.

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