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Meinungen Anne Holbach zur Flensburger Werft
Mehr Meinungen Anne Holbach zur Flensburger Werft
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21:42 12.02.2019
Von Anne Holbach
Anne Holbach ist Wirtschaftsredakteurin der Kieler Nachrichten
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Kiel

Der neue Investor ist ein Hoffnungsschimmer. Doch die Belegschaft wird erst aufatmen können, wenn die vielen offenen Fragen über die Zukunft der Werft geklärt sind. Dann wird sich zeigen, ob Lars Windhorst als Retterfigur taugt. 

Die Beweggründe für sein Engagement sind noch genauso wenig ersichtlich wie seine Vision für die Werft. Reich geworden ist er mit Computer- und Elektronikteilen, später konzentrierte er sich auf Beteiligungen in neue Technologien. Außer in Minen und Ackerland in Afrika investierte Windhorst zuletzt ins Dessousgeschäft. Schiffe wollen da nicht ganz ins Bild passen. Auch wenn aus dem Ministerium zu hören ist, dass Windhorst und Kristian Siem sich gut kennen, wird das Investment kein Freundschaftsdienst sein. Ein Finanzjongleur, der schon mit 16 Jahren Geschäfte machte, dürfte kaum irgendwo Geld reinstecken, ohne sich Erträge zu erhoffen.  

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Damit aus den vollen Auftragsbüchern am Ende Gewinne werden, reicht eine Kapitalspritze nicht. Denn es droht schon die nächste Strafe: Die „Honfleur“ für Brittany Ferries sollte eigentlich diesen Sommer fertig werden. Laut französischen Medien rechnet die Reederei nicht mit einer Auslieferung vor 2020. Und das könnte wieder teuer werden. Damit eine Rettung gelingt, muss sich die Werft nicht nur neu aufstellen, es müssen auch die Kunden mitspielen. 

Christian Hiersemenzel 12.02.2019
Frank Behling 12.02.2019
Michael Kluth 11.02.2019
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