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Meinungen Bastian Modrow zu den Flüchtlingen
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10:00 11.03.2019
Von Bastian Modrow
Bastian Modrow ist Polizeireporter der Kieler Nachrichten
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Kiel

Warum wird über eine Fahrradkontrolle vor der Grundschule berichtet, aber über keine der 140 Straftaten, die in den vergangenen drei Monaten Flüchtlingen zugerechnet wurden? Warum finden nicht einmal einzelne Fälle eine Erwähnung in den öffentlichen Polizeiberichten? 

Zu beneiden sind die Verantwortlichen sicher nicht. Auf der einen Seite sind sie verpflichtet, die Öffentlichkeit über das Kriminalitätsgeschehen zu informieren. Auf der anderen Seite dürfen sie nicht unnötig Öl ins Feuer gießen – erst recht nicht, wenn es um so sensible Themen wie Straftaten von Flüchtlingen geht.

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Vertrauen wird erschüttert

Es ist unstrittig, dass rechte Gruppen nur auf Gelegenheiten lauern, die gesellschaftliche Diskussion um kriminelle Flüchtlinge weiter anzuheizen. Nachvollziehbar erscheint da die Linie, nicht voreilig und proaktiv über Straftaten von Zuwanderern berichten zu wollen. Schließlich wolle man keine Vorurteile schüren. Richtig so! Nur müssen sich die Behörden im Umkehrschluss auch davor hüten, Dinge bestenfalls zu bagatellisieren und schlimmstenfalls zu verschweigen. 

Denn dieses Vorgehen erschüttert das Vertrauen der Bevölkerung in Politik und Polizei. Aber genau das ist beim Thema Migration von entscheidender Bedeutung.

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