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Meinungen Bodo Stade zur "Lifeline"
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20:47 09.08.2018
Von Bodo Stade
Bodo Stade kommentiert.  Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Und ausgerechnet Schleswig-Holstein erklärte sich am Dienstag mitten im Asylstreit bereit, die Odyssee von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer zu beenden und einige von ihnen aufzunehmen.

Es ist ein bemerkenswertes Signal aus einem Bundesland, an dessen Spitze ein CDU-Ministerpräsident steht. Und die Frage drängt sich auf, warum sich eigentlich das kleine Schleswig-Holstein ohne Not in einen internationalen Konflikt einmischt.

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Augen nicht vor Drama verschließen

Die Antwort ist in der nach wie vor besonderen Koalition aus CDU, FDP und Grünen zu suchen und einem Regierungschef, der mit strammer Ideologie nicht viel am Hut hat. Daniel Günther hat in der hochgekochten Asyldebatte kein Hehl daraus gemacht, dass auch er kriminelle Flüchtlinge möglichst schnell zurückschicken will. Sein Kabinett hat trotz zähneknirschender Grünen auch eine Abschiebehafteinrichtung beschlossen. Zum Weltbild des Christdemokraten passt aber auch, dass eine klare Linie in der Asylpolitik nicht heißen darf, die Augen vor einem Drama zu verschließen. In Not geratenen Männern, Frauen und Kindern Zuflucht zu bieten, ist zutiefst menschlich. Daran kann der Asylstreit, den eine panische CSU vom Zaun gebrochen hat, nichts ändern. Bayern sollte mal nach Norden schauen.

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