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Meinungen Christian Hiersemenzel zum Fehmarnbelt
Mehr Meinungen Christian Hiersemenzel zum Fehmarnbelt
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09:00 23.03.2018
Von Christian Hiersemenzel
Christian Hiersemenzel kommentiert die Planungen zum Fehmarnbelt. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Während in Kopenhagen der Stuhl des gern breitbeinig auftretenden Transportministers Ole Birk Olesen ins Wanken gerät und er den innenpolitischen Druck nur zu gern nach Deutschland ableiten würde, wollten die Kieler die Fehmarnbeltplanungen so geräuschlos wie möglich beenden. Das ist absolut angemessen. Angesichts der knapp ein Jahrzehnt andauernden Vorbereitungen ist es unerheblich, ob die Planfeststellung nun vor den Sommerferien vorliegt oder erst im späten Herbst.

Man darf davon ausgehen, dass die Presseberichte in den dänischen Blättern ganz bewusst lanciert worden sind. Die Skandale um Milliarden und verschwiegene Fakten zum jetzigen Zeitpunkt nützen in erster Linie den Gegnern eines Tunnelbaus – Umweltschützern, aber auch Fährgesellschaften. Am schwersten könnte das Kostenargument wiegen. Sollte sich bewahrheiten, dass dänische Parlamentarier mutwillig getäuscht wurden, dürften schon bald nicht nur im Transportministerium Köpfe rollen. Dann stünde das komplette Projekt am Abgrund.

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Zumindest FDP und CDU in der Kieler Jamaika-Koalition würden das gern vermeiden. Auch die SPD hatte sich in der alten Regierung stets für eine Untertunnelung des Beltes stark gemacht. Die Grünen dagegen könnten heute ganz leise frohlocken. Sie hatten die Debatte um das in ihren Reihen so verhasste Projekt längst verloren gegeben. Doch jetzt ist etwas faul im Staate Dänemark.

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