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Meinungen Christian Hiersemenzel zur Wahl ab 16
Mehr Meinungen Christian Hiersemenzel zur Wahl ab 16
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23:16 27.04.2018
Von Christian Hiersemenzel
Christian Hiersemenzel kommentiert das Absenken des Wahlalters bei der anstehenden Kommunalwahl. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

 Darauf deutet schon die magere Wahlbeteiligung hin, die 2013 auf einen vorläufigen Tiefststand von 46,7 Prozent fiel. Aufs Elternhaus sollte man sich also nicht verlassen, wenn man Jugendliche für Politik vor Ort begeistern will. Umso bedenklicher ist es da, dass die große Mehrzahl von Lehrern speziell an Gemeinschaftsschulen nach Einschätzung des Landesbeauftragten für politische Bildung noch nicht einmal in der Lage ist, Jugendliche auf die Mechanismen der Meinungsbildung in ihrer Gemeinde vorzubereiten. Das Unterrichtsmaterial, das Pädagogen gemeinsam mit ihm und weiteren Akteuren aus dem Boden stampften, ist zwar ein wertvoller Beitrag. Aber auch nur ein Pflaster.

Mit 16 beherrscht man sämtliche Kniffe digitaler Technik besser als die meisten 50-Jährigen. Lebenserfahrung dagegen konnte man naturgemäß erst wenig sammeln, und angesichts der völlig irrsinnigen Informationsflut auf allen Kanälen lässt sich Politik ausblenden. Es braucht Menschen, die den Blick junger Leute darauf lenken. Jugendsozialarbeiter stoßen immer mehr in diese Lücke. Auch mancher Lehrer hat das Defizit längst erkannt. Was fehlt, ist die fachliche Unterstützung. Hier ist Bildungsministerin Karin Prien gefordert nachzusteuern.

Florian Hanauer 26.04.2018
Ulf Billmayer-Christen 26.04.2018