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Meinungen Christian Longardt zur Bamf-Affäre
Mehr Meinungen Christian Longardt zur Bamf-Affäre
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10:02 28.05.2018
Von Christian Longardt
Christian Longardt Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Jeder wusste, wie groß und wie kompliziert die Aufgabe ist, hunderttausende Anträge von Zugewanderten zu prüfen und möglichst richtig zu bewerten. Die Politik der offenen Grenzen hat diese Bundesbehörde objektiv überfordert, die rasche Rekrutierung neuer Mitarbeiter war zwar sachlich geboten, musste aber mit einem Qualitätsverlust einhergehen.

Dass nun einige schwarze Schafe in Bremen das ganze Bamf in Verruf bringen, ist nicht nur für jene Beamten bitter, die unter schwierigen Bedingungen redliche Arbeit abliefern. Die Affäre schadet massiv einem Amt, auf dessen Integrität die gesamte Flüchtlingspolitik der Regierung Merkel fußt: Die Bevölkerung muss darauf vertrauen können, dass rechtsstaatlich sauber entschieden wird, wer bleiben darf und wer nicht. Geschieht dies nicht, bekommen jene Kräfte Auftrieb, die den Staat ohnehin unter Generalverdacht stellen.

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Horst Seehofer trägt als neuer Minister noch die geringste Schuld an den Missständen. Für CSU und CDU ist der Skandal gleichwohl ein Fiasko: Seit 2005 stellen sie ununterbrochen den Innenminister. Will die Union in der Asylpolitik glaubwürdig Ordnung einfordern, sollte sie schnell dafür sorgen, dass im Bamf Ordnung einkehrt.

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