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Meinungen Christian Strehk zum SHMF-Programm 2015
Mehr Meinungen Christian Strehk zum SHMF-Programm 2015
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20:45 20.02.2015
Von Christian Strehk
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Und im Klotz-Format tummeln sich stilistisch bunt gemixte Stars von Mutter bis Porter, trommelt Grubinger die Besucher zusammen. Ganz stark besetzt ist außerdem die Riege der Pianisten und der Streicher.

Es gibt jedoch auch Leerstellen. Ausgerechnet der Schwerpunkt zum großen Orchesterzauberer Peter Tschaikowsky geht weitgehend ohne Klangkörper und Dirigenten über die Bühne, bei deren großen Namen man aufhorchen würde. In Sachen Ballettmusik und Sinfonik wird eher gekleckert als geklotzt. Zum Beispiel darf kein einziges russisches Spitzenorchester nachweisen, wie angenehm unverzuckert man den großen Russen im Osten auffasst. Auch der Opernkomponist Tschaikowsky findet nicht statt. Wenn Christoph Eschenbach Auszüge aus den überall gespielten lyrischen Szenen „Eugen Onegin“ dirigiert, ist das kein Ersatz für konzertante Erkundungen in allemal lohnenden Schwesterwerken wie „Jolanthe“. Auch die Alte-Musik-Fraktion wird man mit dem Elbipolis Barockorchester nun wirklich nicht restlos befriedigen können. Kleckern, klotzen –und trotzdem kann man wohl nicht alles haben.