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Meinungen Frank Behling zum Marineschiffbau
Mehr Meinungen Frank Behling zum Marineschiffbau
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10:59 19.02.2018
Von Frank Behling
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Gleichzeitig hat die Bundeswehr seit 2013 auch noch die Infrastruktur mit Docks und Werkstätten zur Wartung an der Ostsee aus Spargründen zerschlagen.

Die Folgen sind dramatisch. Immer mehr Schiffe liegen in Docks oder warten auf freie Werftplätze. Und die Auswirkungen? Nur zwei der vier maritimen Nato-Einsatzgruppen konnten bislang in diesem Jahr von der deutschen Marine noch mit Einheiten bestückt werden. Für die Sicherung der Seewege am Golf von Aden unter der EU-Operation Atalanta ist sogar seit August 2016 überhaupt kein deutsches Kriegsschiff mehr verfügbar.

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Gleichzeitig muss die „Sachsen“, eine für die Luftverteidigung ganzer Flottenverbände hochgerüstete Fregatte, vor der libyschen Küste mit Schleichfahrt Schleuser suchen und Flüchtlinge aus Seenot retten. Eine Aufgabe, für die sich nachweislich die sechs Tender der Marine als optimale und sehr wirtschaftliche Fahrzeuge bewährt haben.

Das Problem: Die Tender sind schon 25 Jahre alt und sollten längst ersetzt werden. Bei anderen Schiffs- und Bootsklassen sieht es nicht besser aus. Der Ausweg aus dieser Misere kann nur die rasche Reform und Beschleunigung der Ausschreibungsverfahren sein. Der Vorstoß des Ministerpräsidenten Daniel Günther trifft genau ins Schwarze. Es wäre ihm zu wünschen, dass er auf dem Weg nach Berlin bei diesem Thema nicht an Schwung und Dynamik verliert.

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