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Meinungen Frank Behling zur Schleuse Brunsbüttel
Mehr Meinungen Frank Behling zur Schleuse Brunsbüttel
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21:53 10.10.2018
Von Frank Behling
Foto: Frank Behling
Frank Behling ist SH-Redakteur und Schiffsexperte der Kieler Nachrichten Quelle: Ulf Dahl
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Brunsbüttel

2012 folgte der Spatenstich, und für 2016 war die Einweihung geplant. Und 2018? Baufirmen und Auftraggeber halten eher Kontakt über Juristen als über die Ingenieure. Die Bauteams vor Ort löffeln die Suppe aus, die der Gesetzgeber in Berlin ihnen eingebrockt hat. Wenn bereits vor Auftragsvergabe durch das Ministerium aus Gründen des Naturschutzes und der Bürgerbeteiligung Bauverfahren vorgeschrieben werden, die kein erfahrener Ingenieur wählen würde, ist der Weg ins Chaos programmiert.

Zur Erinnerung: Die Schleusen des Kanals stehen nicht in einem Naturschutzgebiet. Die Bauwerke sind Verkehrsinfrastruktur von internationaler Bedeutung – so wie Schnellzugtrassen und Autobahnen. Deshalb muss ihr Bau auch so schnell und so solide, wie die Technik es erlaubt, erfolgen. Pfähle, die bröckeln, ständige Bauunterbrechungen, Neuplanungen und schließlich Kostensteigerungen um mehr als 100 Prozent sind aus Sicht der Steuerzahler nicht hinnehmbar. Inzwischen scheint das CSU-geführte Verkehrsministerium aber aufgewacht zu sein. Der Entwurf für ein Planungsbeschleunigungsgesetz ist beschlossen. Es kann aber nur ein erster Schritt hin zu mehr Pragmatismus beim Bau sein.

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