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Meinungen Heike Stüben zu den Spinnerraupen
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07:00 20.06.2018
Von Heike Stüben
Heike Stüben
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Kiel

 Vieles spricht dafür, dass der Klimawandel der Tierart in unserer Breiten gute Lebensbedingungen beschert. Dann wäre das Problem zum guten Teil hausgemacht und sollte uns eine Warnung sein: Denn der Eichenprozessionsspinner ist kein Einzelfall. Auf keinen Fall aber eignet er sich jedoch dafür, Hysterie zu schüren.

Wer wie der Waldbesitzerverband mit der Überschrift „Eichenprozessionsspinner ist in Schleswig-Holstein angekommen“ den Eindruck erweckt, es handele sich um ein neues Phänomen, der fehlinformiert statt aufzuklären. Was das bewirken kann, zeigen Vorfälle in anderen Bundesländern. Dort wurden bereits wahllos Gespinste von Raupen zerstört, die völlig harmlos für den Menschen, aber wichtig in der Gesamtnahrungskette sind. Bürger, die tatsächlich Vorkommen des Eichenprozessionsspinners entdeckt hatten, wollten diese mit Besen, Wasserstrahl oder Feuer vernichten – und erreichten das Gegenteil: Die Härchen wurden dabei in alle Winde verteilt.

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Deshalb hilft nur eins: das Wissen, um die Raupen erkennen zu können, Abstand zu halten und die Behörden zu informieren – und um Lebensräume für Kuckuck und Käfer wie den Großen Puppenräuber zu fördern. Denn die haben die Raupen zum Fressen gern.

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