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Meinungen Heike Stüben zur Kampfmittelräumung
Mehr Meinungen Heike Stüben zur Kampfmittelräumung
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10:00 15.01.2019
Von Heike Stüben
Heike Stüben ist Redakteurin bei den Kieler Nachrichten. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Und eigentlich weiß auch jeder, dass die Explosionsgefahr durch Blindgänger real an vielen Stellen im Land weiter existiert. Doch dass es das eigene Grundstück betreffen kann – das wird gern verdrängt.

Das ist nachvollziehbar. Schließlich hat man bei einem Haus-, An- oder Umbau genug anderes zu bedenken. Aber die aktuelle Situation zeigt, wie sehr es sich rächen kann, wenn man nicht rechtzeitig checkt, ob man einen Antrag beim Kampfmittelräumdienst stellen muss.

Da hilft auch die wohlfeile Kritik, das Land hätte längst das Personal aufstocken müssen, wenig. Denn die Auswertung der alten Luftbilder ist eine extrem schwierige Tätigkeit. Fachleute werden speziell dafür geschult. Das dauert.

Die langen Wartezeiten beim Kampfmittelräumdienst könnte zumindest verkürzt werden. Indem die betroffenen 90 Gemeinden regelmäßig auf die Prüfpflicht hinweisen. Indem Bauämter schon beim Antrag und nicht erst bei der Baugenehmigung informieren.

Und vor allem, indem alle Neubaugebiete vorab komplett geprüft werden. Denn: Die Prüfpflicht steht zwar erst seit 2010 in der Kampfmittelverordnung, ist aber alt.

Schon 1957 hatte der damalige Chef des Räumdienstes sie in die Landesbauordnung gebracht. Aus gutem Grund: In den Jahren zuvor waren mehr als ein Dutzend Langzeitzünder-Bomben explodiert.

Angesichts der Vorwürfe, die der Bundesrechnungshof jetzt erhebt, wird es auch für die Fans der "Gorch Fock" immer schwerer, Lokalpatriotismus vor Vernunft zu stellen. Aber auch eine "Gorch Fock II" würde Schleswig-Holstein zur Ehre gereichen, meint Christian Longardt.

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