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Meinungen Jan von Schmidt-Phiseldeck zu Tickets
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21:47 28.08.2018
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Jan von Schmidt-Phiseldeck kommentiert.  Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Lebensmittel gegen Hunger, Kulturzugang gegen geistige Verarmung. Dass Kiel mit dem Kulturhafen auf diesem Feld mitmischen möchte, ist in vielerlei Hinsicht lobenswert. Menschen mit schmalen Einkommen, Mini-Rente, Migrationshintergrund oder Behinderung positive Abwechslung im Alltag zu bescheren, ist gelebte Sozialpolitik mit großem Multiplikator-Effekt.

Mehr noch: Wer die Chance auf unerhofften und sonst unbezahlbaren Kulturgenuss bekommt, reagiert womöglich ganz anders als jemand, der, verwöhnt mit wöchentlichem Theaterabo, speziellere Maßstäbe ansetzt. Spontane Begeisterung im Zuschauerraum hilft den Künstlern, brillante Leistungen abzuliefern.

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Win-win-Situation

Somit kann sich das Ticket-Vermittlungskonzept des Kieler Kulturhafens zur Win-win-Situation entwickeln. Kulturschaffende profitieren ebenso davon wie Kieler, für die eine Eintrittskarte einfach nicht zu bezahlen ist. Warum Kiel allerdings so spät auf den Kulturtafel-Zug aufgesprungen ist, bleibt trotz mannigfaltiger Erklärungen ein kleines Rätsel. Neumünster, Schleswig, Lübeck und zuletzt sogar das kleine Bordesholm haben vorgemacht, dass Kultur für alle ein Erfolgsmodell ist – ein Modell, das im Norden zügig weitere Nachahmer verdient.

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