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Meinungen Jens Kiffmeier zum G7-Treffen in Lübeck
Mehr Meinungen Jens Kiffmeier zum G7-Treffen in Lübeck
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18:55 14.04.2015
Von Jens Kiffmeier
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1975 gründeten die G7-Staatschef die Runde unter dem Eindruck der Ölkrise, um abseits des Protokolls die Globalisierungsprobleme zu lösen. 40 Jahre später ist das Kamingespräch zu penibel vorbereiteten Gipfeltreffen mit ministeriellen Vorbesprechungen mutiert. Dass zugleich die Sicherheitsvorkehrungen aus dem Ruder laufen, ist nicht die Schuld der Politik, sondern der Krawallmacher, die regelmäßig bei diesen Ereignissen auftauchen und das Demonstrationsrecht mit Füßen treten.

Die oftmals geäußerte Forderung, die G7-Gipfel durch eine Telefon-Konferenz zu ersetzen, führt in die Irre. Diplomatie funktioniert nicht nur durch den Hörer. Globale Krisen wie die Konflikte im Nahen Osten oder die Ebola-Epidemie in Afrika bedürfen von Zeit zu Zeit persönlicher Gespräche zwischen den führenden Wirtschaftsnationen. Das müssten eigentlich auch G7-Gegner begreifen – und die gewaltbereiten Radikalen, deretwegen friedliche Demonstranten ständig an den Rand des Sicherheitsgürtels gedrängt werden.