Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Meinungen Paul Wagner zum Chaos an der Rader Hochbrücke
Mehr Meinungen Paul Wagner zum Chaos an der Rader Hochbrücke
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:38 13.09.2013
Von Paul Wagner
Anzeige

Sie fragen: Warum haben die Arbeiten an der Brücke nicht eher begonnen? Warum sind die massiven Schäden, die zur Hauptreisezeit über Nacht in einem Verkehrschaos mündeten, nicht schon viel früher entdeckt worden? Stand die Brücke etwa kurz vor dem Einsturz? Fest steht: Seit 2009 haben die Behörden vom Baupfusch an den Brückenpfeilern gewusst. Dass sich die Schäden innerhalb weniger Jahre so ausweiten, dass die Brücke von einem Moment auf den anderen keine schweren Lastwagen mehr trägt, schließen Fachleute aus.

Es wäre also genügend Zeit gewesen. Für eine zweite Ausschreibung, eine neue Planung, Absprachen mit Logistikverbänden im In- und Ausland. Dann wäre den Betroffenen auch im Fall einer Teilsperrung vieles erspart geblieben. Stattdessen schlummerte das Problem vier Jahre lang in Aktenordnern und erwischte die Schleswig-Holsteiner nun eiskalt.

Der Hochdruck, mit dem die Arbeiten noch bis November laufen sollen, kann den Vertrauensverlust in die Behörden nicht ausgleichen. Millionenverluste in der Transportwirtschaft, unzählige Stunden, die Pendler in Staus verbringen, Verzögerungen bei Geschäftsterminen, genervte Fahrer und resignierte Anwohner sind nicht das Ergebnis maroder Pfeiler, sondern eines Planungsdesasters.