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Meinungen Ulf B. Christen zur Bahn
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08:00 28.06.2018
Von Ulf Billmayer-Christen
Ulf B. Christen
Kiel

 Dieses Prinzip aus dem Populär-Baukasten von Buchholz darf natürlich nicht nur an der Westküste gelten. Wenn der Minister glaubwürdig bleiben will, muss er die DB Regio auch im Netz Mitte bestrafen und etwa die Kiel-Pendler nach Hamburg entschädigen. Alles andere wäre ein Sylt-Bonus.

Buchholz wird damit zum Gefangenen seiner eigenen Haudrauf-Politik. Er kann im Kampf gegen die Bahn nicht auf halber Strecke Halt machen. Er kann aber auch nicht immer neue Maluszahlungen verhängen. Solche Sonderstrafen stehen in keinem Verkehrsvertrag und sind damit rechtlich fragwürdig. Im schlimmsten Fall könnte am Ende das Land für die Versäumnisse der Bahn und den Aktionismus des Ministers finanziell gerade stehen müssen.

Schlimmer noch ist die Erkenntnis, dass die Strafaktion bisher keine Wirkung zeigt. Bahnfahren ist bestenfalls ein Abenteuer, oft eine Katastrophe. Buchholz sollte daher die Strategie wechseln – und stärker auf die politische Schiene setzen. Das ist zwar nicht so populär, könnte aber dazu führen, dass Schleswig-Holstein besser zum Zug kommt.

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