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Meinungen Ulrich Metschies zum Ausbildungsmarkt
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08:02 24.05.2018
Von Ulrich Metschies
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Kiel

Zur Realität gehört aber auch, dass Jahr für Jahr die Zahl der unversorgten Bewerber steigt. Es gibt sie also noch, die Lehrstellenlücke.  Der Grund: Angebot und Nachfrage haben sich in den vergangenen Jahren dramatisch auseinanderentwickelt – nicht quantitativ, sondern qualitativ. Beide Seiten passen nicht mehr zusammen – vom doppelten „Matching“-Problem ist die Rede: Arbeitgeber klagen darüber, dass immer weniger Bewerber die Grundvoraussetzungen für eine Ausbildung mitbringen.

Und immer weniger Bewerber sind offenkundig bereit, bei der Wahl des Ausbildungsplatzes Kompromisse einzugehen – sei es bei der Bezahlung oder bei den Arbeitszeiten. Oder weil Verkäufer einfach nicht cool genug erscheint.

Preise für Top-Ausbildungsbetriebe und Berufsmessen wie die „Nordjob“ können nur kleine Stellschrauben sein, um das System ins Gleichgewicht zu bringen. Damit Angebot und Nachfrage wieder passen, müssen Bewerber von starrem Traumjob-Vorstellungen wegkommen und Arbeitgeber davon, Bewerber nur wegen einer Fünf in Mathe auszusortieren. Vor allem bedarf es einer Kraftanstrengung, damit nicht länger so viele junge Menschen schon am Hauptschulabschluss scheitern. Mit einer Abbrecherquote von mehr als sieben Prozent hat Schleswig-Holstein hier im Bundesvergleich besonders viel zu tun.

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