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Meinungen Ulrich Metschies zum Schutz-Plan für die Ostsee
Mehr Meinungen Ulrich Metschies zum Schutz-Plan für die Ostsee
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09:00 12.03.2018
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Kiel

Ja, es gab Fortschritte beim Eintrag von Phosphor und Schwermetallen durch eine wirksamere Klärung städtischer und industrieller Abwässer. Besorgniserregend hoch bleibt jedoch die Belastung durch Pharmarückstände, Müll, Mikroplastik und Düngereinträge aus der Landwirtschaft.

Was einem der gesunde Menschenverstand seit Jahren sagt, haben die Umweltminister und -ministerinnen der neun Anrainerstaaten nun auch offiziell zugegeben: Das vor zehn Jahren vereinbarte Ziel, die Ostsee bis 2021 zu einem gesunden Meer zu machen, ist nicht mehr zu halten. Schön, dass die Politik sich ehrlich macht. Nur sollte sie nicht glauben, dass irgendjemand ihrer neuen zehnseitigen, vor Worthülsen und blumigen Beschreibungen strotzenden Deklaration zum Schutz der Ostsee irgendeine Form von Vertrauen entgegenbringt. Denn diesem sensiblen Ökosystem fehlt es nicht an Willenserklärungen, sondern an der handfesten Umsetzung konkreter Maßnahmen. So bringt es nichts, Schutzgebiete auszuweisen, wenn deren Schutz nur auf dem Papier steht. Optimismus? Der ist erst angesagt, wenn ein reicher Staat wie Deutschland seiner Verantwortung gerecht wird – und etwa Mikroplastik endlich aus Kosmetika verbannt.

Heike Stüben 11.03.2018
Merle Schaack 09.03.2018