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Meinungen Ulrich Metschies zu Container-Riesen
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10:00 24.08.2019
Von Ulrich Metschies
KN-Wirtschaftsredakteur Ulrich Metschies
KN-Wirtschaftsredakteur Ulrich Metschies Quelle: paesler
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Kiel

Schließlich muss man ja auch mal das Positive sehen, um nicht an dieser Welt zu verzweifeln. Und dann das: Das größte Containerschiff der Welt macht einen Abstecher von Göteborg nach Kaliningrad. 1000 Seemeilen Umweg, nur um billig zu tanken.

Auf perverse Weise rational

Die Abgase von 300 Tonnen Diesel in die Luft blasen, nur für den Profit. MSC sollte sich schämen, natürlich. Doch wie alle Unternehmen, die sich im Gewinnmaximierungs-Räderwerk unseres Wirtschaftssystems bewegen, handelt auch MSC auf perverse Weise rational, rationaler noch als ein Autofahrer, der für zwei Cent Ersparnis pro Liter die Billig-Tanke am anderen Ende der Stadt ansteuert. Denn für die Reederei geht es nicht um 70 Liter Kraftstoff und 1,40 Ersparnis , sondern um 6000 Tonnen und 100 000 Dollar Extra-Gewinn. Umweltschäden? Die tauchen in keiner Konzernbilanz auf.

Brüssel muss Druck aufbauen

Solange Russland sein schmutziges Schweröl in Unmengen zu Discount-Preisen verhökert, wird sich an diesem Missstand nichts ändern. Auch eine Schwerölsteuer bringt nichts, sondern heizt den Bunkertourismus noch mehr an, wenn sie nicht weltweit erhoben wird. Oder zumindest in europäischen Gewässern. Hier kann und muss Brüssel Druck machen. Eine von vielen schönen Aufgaben für die neue Kommissionschefin.

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