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Meinungen Ulrich Metschies zum Welthandel
Mehr Meinungen Ulrich Metschies zum Welthandel
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10:01 20.03.2018
Von Ulrich Metschies
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Doch gefährlicher als eine nicht perfekte Handelsordnung wäre ein Wettrüsten der Protektionisten. Denn so differenziert die Wohlstandseffekte „freien“ Welthandels zu beurteilen sind, so eindeutig steht fest, dass ein Handelskrieg am Ende nur Verlierer kennt. Donald Trump begreift das nicht, oder er will es nicht begreifen. Natürlich darf die EU nicht darauf bauen, dass der US-Präsident irgendwann versteht, dass sein Land stärker vom Welthandel abhängig ist, als er es wahrhaben will. Und dass der größte Autoexporteur der USA nicht General Motors heißt, sondern BMW. Dass also ein deutsches Unternehmen in den USA Autos baut, sie auf dem halben Erdball verkauft und so amerikanische Jobs schafft. Jobs, die gewiss nicht dadurch sicherer werden, dass Stahlzölle die Produktion verteuern.

 Doch Europa sollte weitsichtiger agieren als ein Immobilienmogul, dessen wirtschaftlicher Sachverstand in einer Zeit steckengeblieben ist, als man noch von „Nationalökonomie“ sprach. Also bitte: Keine Strafzölle! Stattdessen: Gespräche im Rahmen der WTO anstoßen. Und damit locken, dass die EU bereit wäre, Zollbarrieren zu senken. Luft genug gäbe es. Bei Autos etwa sind die Zölle der Europäer vier Mal höher als die der USA.

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