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Meinungen Ulrich Metschies zur Amazon-Ansiedlung
Mehr Meinungen Ulrich Metschies zur Amazon-Ansiedlung
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20:25 29.03.2019
Von Ulrich Metschies
Foto: Ulrich Metschies ist Wirtschaftsredakteur bei den Kieler Nachrichten.
Ulrich Metschies ist Wirtschaftsredakteur bei den Kieler Nachrichten. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Jahre ist es her, da hatte sich Neumünster Hoffnungen gemacht, den Weltkonzern mit einem Projekt dieser Dimension nach Schleswig-Holstein zu holen. Hätte das geklappt – es wäre eine Sensation gewesen.

Das, was Amazon nun im Norden macht, ist keine Sensation, fraglos aber ein starker Ansiedlungserfolg. In Borgstedt bei Rendsburg wird kein Logistik-, sondern ein Verteilzentrum gebaut.

Hier wird nichts gelagert, und es werden keine Pakete gepackt, sondern nur Sendungen umgeladen: von großen Lkw, die aus dem Süden kommen, auf kleine Transporter, die in Scharen ausschwärmen, um die Dinge aufs platte Land zu liefern, die die Schleswig-Holsteiner eben so bei Amazon ordern.

Ein Erfolg ist diese Ansiedlung nicht nur wegen der Investition von über 20 Millionen Euro, der 250 neuen Arbeitsplätze und der Signalwirkung des Namens Amazon. Ein Erfolg ist sie auch, weil sie zeigt, wie schnell und geräuschlos Wirtschaftsförderung funktionieren kann, wenn die Akteure von Land und Kommunen gut zusammenarbeiten. Von daher: Glückwunsch!

Verständlich ist aber auch, dass die Entscheidung nicht nur Jubel auslöst. Amazon ist – gelinde gesagt – ein problematischer Arbeitgeber. Um das Gegenteil zu belegen, bittet der Konzern Zweifler gern zum Besuch nach Winsen. Mal sehen, ob die Einladung auch für Borgstedt gilt.

Kristian Blasel 29.03.2019
Ulrich Metschies 28.03.2019
Steffen Müller 27.03.2019